Nord-Süd-Gefälle in Online-Europa
Die nordeuropäischen Länder sind dem westeuropäischen Durchschnitt bei der Internet-Nutzung um eineinhalb Jahre voraus.
Die nordeuropäischen Länder sind dem westeuropäischen Durchschnitt bei der Internet-Nutzung um einige Nasenlängen voraus. Einer IDC-Studie zufolge nutzten im letzten Jahr bereits zwischen 36 und 45 Prozent der Bevölkerung in den skandinavischen Ländern das Internet. Im europäischen Durchschnitt verfüge nur ein knappes Fünftel aller Einwohner über einen Internet-Zugang. Damit haben die Nordeuropäer einen Vorsprung von etwa anderthalb Jahren, heißt es in der Studie. Allerdings sind Großbritannien, die deutschsprachigen Länder sowie die Niederlande ihren Nachbarn aus dem hohen Norden dicht auf den Fersen und liegen damit immer noch über dem europäischen Mittel. Frankreich und Italien glänzen immerhin durch ziemlich hohe Wachstumsraten, während die Studie Portugal und Griechenland etwa vier Jahre Rückstand hinter Durchschnitts-Europa und damit den letzten Platz bescheinigt.
In den nächsten vier Jahren soll die westeuropäische Online-Bevölkerung auf 215 Millionen anwachsen, was mehr als der Hälfte der Gesamtbevölkerung entspricht. Noch erfreulicher für all diejenigen, deren Online-Shops sich im letzten Jahr die kümmerlichen 10,3 Milliarden Euro teilen mussten, die Westeuropas Surfer im Internet ausgegeben haben: Glaubt man den Prognosen von IDC, so sollen bis zum Ende des Jahres 2003 über 125 Milliarden Euro im Web ihren Besitzer wechseln. "Obwohl die Anzahl der Internet-Nutzer 1999 steil angestiegen ist, ist der Anteil der Anwender, die online einkaufen, noch relativ gering", sagt Stefan Elmer, Analyst bei IDC. "Nur 15 Prozent der Nutzer erwerben in jedem Vierteljahr Produkte oder Services online, was wahrscheinlich auf einen Mangel an Vertrauen in die Shops und den gesamten Einkaufsprozess im Internet zurückzuführen ist." (atr)