Wüstenstrom wird Realität
Während die Desertec-Industrie-Initiative intern zerstritten ist und ihr Aus schon für das Jahresende prophezeit wird, steht Marokkos Vision vom Sonnenstrom aus der Wüste kurz vor der Umsetzung.
Der erste Abschnitt des gewaltigen Solarkomplexes Noor nahe der Wüstenstadt Ouarzazate soll im August 2015 in Betrieb gehen
- Jens Lubbadeh
Ganz ohne Desertec arbeitet Marokko seit Jahren an der Verwirklichung der Vision vom sauberen Strom aus gewaltigen Spiegelkraftwerken in der Wüste. Im August 2015 wird der erste Teilabschnitt eines rund 500 Megawatt-Solarkraftwerkskomplexes nahe der Wüstenstadt Ouarzazate seinen Betrieb aufnehmen. Das berichtet Technology Review in seiner neuen Ausgabe 01/15 (Heft hier bestellen).
Das Kraftwerk mit dem Namen Noor wird aus einem vierteiligen Komplex bestehen: Teil I und II werden Parabolrinnenkraftwerke sein, Teil III ein Solarturmkraftwerk. Abschnitt IV schließlich wird ein Photovoltaik-Park. Mit 769 Millionen Euro ist Deutschland der größte Finanzier des Solarkomplexes. „Bisher sind 115 Millionen Euro zugesagt“, sagt Jan Schilling von der KfW-Förderbank.
Nach dem Vorbild Noor werden noch vier weitere Solarkomplexe in Marokkos Wüsten bis zum Jahr 2020 entstehen. Das Land plant, bis dahin 42 Prozent seiner Stromversorgung regenerativ zu erzeugen.
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