Die liebenswert unvollkommene Technik von Star Wars
Warum freue ich mich jetzt schon auf den nächsten Film, waren die bisherigen sechs nicht genug?
- Veronika Szentpetery-Kessler
Warum freue ich mich jetzt schon auf den nächsten Film, waren die bisherigen sechs nicht genug?
Da ist sie wieder, die Vorfreude. Dabei ist der Auslöser dafür fast schmerzhaft kurz: Der neue Trailer für den nächsten Star-Wars-Film "Das Erwchen der Macht" ist nur eine Minute lang und zeigt gerade mal einen kurzen Blick auf den Millennium Falcon, ein Raumschiff voller imperialer Soldaten, eine scheinbar flüchtende Protagonistin auf einem fliegenden Wüsten-Scooter, einen rollender Kugel-Roboter und einen Krieger der dunklen Seite mit Kapuze und Laserschwert. Der Film kommt auch noch erst Ende 2015 in die Kinos. Warum reicht das, um mich jetzt schon zu begeistern? Waren sechs Filme nicht genug?
Ich glaube, ich freue mich auf die Mischung, die diese Serie ausmacht. Die Technik ist cool, aber trotzdem nicht steril wie bei Star Trek, sondern – und das sage ich als Trekkie – auch mal rostig und dreckig. Der Wüsten-Scooter im Trailer macht Geräusche, als komme er wie ein altes Auto nicht so richtig in Gang. Mit Hightech vollgebaute Planeten prallen auf Senatoren-Kleidung aus dem Mittelalter. Die Menschen wohnen auf Wüstenplaneten immer noch in Lehmhäusern und nicht in metallisch glänzenden Habitaten.
Was wäre Star Wars außerdem ohne verrückte Aliens und schräge Roboter? Egal wie abgedreht und biologisch unmöglich die Außerirdischen sind, irgendwie wundert man sich nicht, sondern fühlt sich eher wie in einem exotischen Zoo. Ja, es gab Ausrutscher wie den unsäglichen Jar-Jar-huch-michse-haben-verlaufen-Binks. Dafür waren diese Handelsgilde-Echsen mit ihrem pseudo-französischen Akzent lustig. Genau wie der komisch blaue Kolibri-Alien, der immun gegen die Jedi-Kräfte ist („Hör auf vor mir herumzufuchteln, das bringt bei mir nichts!“).
Es gibt auch keinen Universal-Übersetzer, Chewbaccas Röhren und das Zwitschern von R2D2 macht einen großen Teil des Charme aus. Und so wissenschaftlich korrekt das Schweigen der Raumschiff-Triebwerke in „Interstellar“ war, ich freue mich auf die Motorgeräusche von Raumkreuzern und Laserschwertern. Apropos, da sind die Macher diesmal doch ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen: Am Schwert des dunklen Kämpfers besteht nun auch die Parierstange aus Laserstrahlen – natürlich ohne dass er seine Hand verdampft. Vielleicht hätte den Machern da doch ein bisschen mehr zu neuen Modellen einfallen können.
Eine Sache kann ich mir allerdings noch nicht so gut vorstellen: Wie werden die Helden der klassischen Trilogie eingebunden, da die Schauspieler inzwischen doch reiferen Alters sind? Bisherige Versuche à la R.E.D., wo alternde Spione nochmal vom Leder ziehen, geraten manchmal eher albern als wirklich witzig. Aber mal sehen, die Silversurfer Yoda und Obi Van Kenobi haben sich schließlich auch nicht lächerlich gemacht. Vielleicht haben die alten Haudegen Luke, Leia und Han doch noch ein paar nette Tricks auf Lager. (vsz)