Scheinfragen
Seit ein paar Jahren tut sich wieder was bei der Scheinwerferentwicklung. Nun kommen LED-Scheinwerfer auf breiter Front, die, zunächst nur in teuren Autos, Konkurrenz in Form von Laserlicht bekommen. Bei Audi und BMW arbeitet man derzeit intensiv an diesem Thema
- Wolfgang Gomoll
Las Vegas, 03.01.2015 – Seit ein paar Jahren tut sich wieder was bei der Scheinwerferentwicklung. Nach dem Serieneinsatz von Xenonlampen Anfang der 1990er-Jahre blieben große Innovationen lange Zeit aus. Nun kommen LED-Scheinwerfer auf breiter Front, die, zunächst nur in teuren Autos, Konkurrenz in Form von Laserlicht bekommen. Bei Audi und BMW arbeitet man derzeit intensiv an diesem Thema.
10.000 Betriebsstunden
Neu bei BMW und Audi ist das „Baustellenlicht“: Erkennt die Sensorik eine verengte Fahrbahn, markieren die Laserleuchten exakt die Breite des Fahrzeugs und macht so das Passieren der Problemstelle leichter. Die Laser-Scheinwerfer leuchten die Straße bis zu einer Weite von 600 Metern aus. Allerdings sind Laserleuchten durch die Hitzeentwicklung anfälliger als LEDs. Ein Grund, warum manche diese Lichtquelle für technisch nicht ausgereift hielten. Dem hält Thomas Hausmann, Ingenieur der Licht-Vorentwicklung bei BMW entgegen: „Die Laserdioden sind auf 10.000 Betriebsstunden ausgelegt und uns sind keine thermischen Probleme bekannt. Allerdings haben wir schon ein paar Dioden zerstört, um auf diesen Stand zu kommen.“
Scheinfragen (15 Bilder)

BMW stellt auf der CES den M4 Concept Iconic Lights vor.
Durch die Sensoren, wie Kameras und Infrarot-Abtaster „findet“ die Technik bis zu einer Entfernung von 100 Metern Tiere und Menschen. Der bewegliche Scheinwerfer kann diese mit einem Spot anleuchten. Diese Beweglichkeit ermöglicht es auch den Scheinwerfern, an entgegenkommenden Autos vorbeizuleuchten. Das alles ist nicht neu, sondern wird schon seit Jahren erprobt: Opel stellte sein Matrix-Lichtsystem 2012 vor, das gezielte Anleuchten von Lebewesen haben Mercedes, BMW und Audi schon vor längerer Zeit gezeigt. Nun scheint eine Serieneinführung auf breiter Front aber in greifbarer Nähe.
OLED
Der Funktionsumfang der Leuchtquellen der beiden Konkurrenten Audi und BMW ist weitgehend identisch. Auch in Ingolstadt leuchten Laserdioden knapp 600 Meter weit. Wobei der Audi-Technologieträger „Audi prologue piloted driving“ weiter von der Serienreife entfernt ist als das BMW-M4-Coupé. Die Rückleuchten des BMW bestehen aus 40 OLED. Durch die gezielte Platzierung der Dioden können verschiedene Fahrmodi angezeigt werden. Wird forcierter als normal gefahren, wird das charakteristische BMW-Rücklicht-L schmaler als sonst. Diese aufwendige Technik der organischen LEDs soll demnächst in Kleinserie aufgelegt werden. Das Bremslicht arbeitet dagegen mit normalen LEDs.