Ukrainischer Fotokünstler bekommt Kaiserring 2015
Der Kaiserring der Stadt Goslar geht 2015 an Boris Mikhailov. Damit steht der renommierte ukrainische Fotograf jetzt in einer Reihe mit Künstlern wie Max Ernst, Christo, Georg Baselitz oder Anselm Kiefer.
- dpa
Der international renommierte Fotokünstler Boris Mikhailov erhält den Kaiserring 2015 der Stadt Goslar. Der Ukrainer sei einer der angesehensten Vertreter zeitgenössischer Fotografie, sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) am Freitag. Der Kaiserring gilt als einer der weltweit wichtigsten Preise für moderne Kunst. Der Preisträger wurde traditionell am Freitagabend beim Neujahrsempfang der Stadt Goslar in der historischen Kaiserpfalz bekanntgegeben.
Bereits im Februar 2013 hatte die Stiftung Niedersachsen Boris Mikhailov geehrt. Anlässlich der Verleihung des Spectrum-Preises zeigte das Sprengel Museum seinerzeit in Hannover die Ausstellung Boris Mikhailow – Die Bücher 1968-2012. Mit rund 20 Bilderzyklen galt dies als die bislang umfangreichste Retrospektive des Künstlers:
Mikhailov war zu Sowjetzeiten dank seiner Bilder von Obdachlosen in seinem ukrainischen Geburtsort Charkow bekannt geworden. Die Jury würdigte ihn als einen der wichtigsten Chronisten der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft. Mit seinen Bildern habe er vordergründig eine regimetreue Ästhetik bedient, diese gleichzeitig aber subversiv unterlaufen und ironisch gebrochen.
Der Fotograf, der in Charkow und Berlin lebt und arbeitet, hat zahlreiche Fotografie-Preise erhalten. Seine Bilder wurden unter anderem in großen Museen in New York, London, Amsterdam, Paris, Hannover, Berlin, München und Wien gezeigt. Mikhailov, der als Kaiserring-Preisträger in einer Reihe mit Künstlern wie Max Ernst, Christo, Georg Baselitz oder Anselm Kiefer steht, wird die undotierte Auszeichnung am 10. Oktober in Goslar entgegennehmen. (keh)