Leistungsgesellschaft
Lust an der Leistung gehört in den USA noch viel mehr zu einer Autoshow als in Europa. Schlechtes Gewissen bei der Verbrennung fossiler Bodenschätze gehört dort weniger zum Autofahren als hierzulande. Klar, dass die größte amerikanische Automesse ein Hochamt des PS-Kults feiert
- Wolfgang Gomoll
Detroit, 13. Januar 2015 – Lust an der Leistung gehört in den USA noch viel mehr zu einer Autoshow als in Europa. Schlechtes Gewissen bei der Verbrennung fossiler Bodenschätze oder der Gedanke an Global Warming gehören dort eher nicht zum Autofahren und gelten vielen sogar als typisch europäische Weinerlichkeit. Klar, dass auf der größten amerikanischen Automesse dem PS-Kult gehuldigt wird. Unterstützt wird die gute Laune dabei vom unerwartet ins Bodenlose gefallenen Ölpreis.
Ford beschwört mit dem GT alte Zeiten herauf
Der Sportwagen Ford GT ist eine rollende Reminiszenz an den berühmten Supersportler Ford GT40, der in den 60er Jahren vier Mal in Folge die 24-Stunden-Le-Mans gewann. Die blaue Flunder, die in der Cobo Hall die Massen anzieht, setzt die GT-Tradition fort: Leichtbau kombiniert mit einem potenten Aggregat, verpackt in einem Mittelmotor-Konzept. 2015 ist das ein doppelt aufgeladener Sechszylinder mit rund 600 PS in einer Karosserie aus Aluminium und Kohlefaser. Im nächsten Jahr soll dann die Neuauflage des Ford GT in den Showrooms an den historischen Dreifach-Erfolg seines Urahnen 1966 in Le Mans erinnern.
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Der Ford GT steht bereits auf der NAIAS 2015, soll aber erst im nächsten Jahr auf den Straßen an den historischen Dreifach-Erfolg seines Urahnen 1966 in Le Mans erinnern.
Caddy droht mit Leistung, Lexus mit Leichtigkeit
Der Cadillac CTS-V droht mit 649-Kompressor-PS den deutschen Konkurrenten Audi RS 7, BMW M5 oder Mercedes E 63 AMG. Sein 6,2-Liter-Motor katapultiert den Cadillac CTS-V in 3,8 Sekunden von null auf hundert km/h. Das Design des Amerikaners mit den senkrecht stehenden LED-Reihen, der markanten Lufthutze auf der Motorhaube und dem riesigen Kühlergrill dürfte auch auf deutschen Autobahnen für Überhol-Prestige sorgen. Damit der Pilot auch jede seiner Fahrten nachvollziehen kann, zeichnet eine Blackbox bis zu 30 Datenkanäle auf.
Eine andere Attacke auf die deutschen Sport-Limousinen kommt aus Japan: Der in Europa nicht auf dem Markt erhältliche Lexus GS-F bekommt den V8-Saugmotor, der mit 477 PS schon im Lexus RC F beeindruckte. Auf der Kraft-Skala hinkt der Lexus damit der deutschen Konkurrenz um gut 100 PS hinterher. Um auf der linken Spur dennoch nicht abgehängt zu werden, hungert sich der Japaner auf 1830 Kilogramm, rund 200 Kilogramm weniger als mancher Wettbewerber. Die Achtgangautomatik garantiert eine flüssige Beschleunigung und ein adaptives Fahrwerk, verschiedene Fahrmodi, ein Torque-Vectoring-Differential helfen dem schnellen Lexus für eine maximale Fahrdynamik.