Telekom-Chef hofft noch auf Hochzeit der US-Tochter
Tim Höttges hofft, dass der politische Gegenwind für eine Fusion der US-Mobilfunktochter mit dem Wettbewerber Sprint vielleicht auch wieder dreht.
Telekom-CEO Tim Höttges (2.v.l.) auf der DLD-Konferenz in München.
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Telekom-Chef Tim Höttges hat die Hoffnung auf eine Fusion der US-Mobilfunktochter mit dem Wettbewerber Sprint noch nicht ganz aufgegeben. "Die Idee, mit Sprint zusammenzugehen und eine Art Super-Außenseiter auf dem Markt zu sein, finde ich verlockend", sagte Höttges am Sonntag am Rande der Konferenz DLD in München dem US-Magazin Re/code. Er hoffe, dass sich die politischen Rahmenbedingungen noch einmal ändern.
Erfolgsmodell T-Mobile US
Im August 2014 war die geplante Übernahme der US-Telekom-Tochter durch Sprint wieder abgeblasen worden, nachdem die US-Wettbewerbshüter Bedenken signalisiert hatten. Eine Reduzierung der Mobilfunkanbieter von vier auf drei – wie hierzulande mit der Übernahme von E-Plus durch Telefónica-O2 vollzogen – wollten die US-Regulierer offenbar nicht mittragen.
Unter der Führung des unkonventionellen John Legere verzeichnet T-Mobile USA ein ordentliches Wachstum. Auf Dauer wird das aber nicht reichen, um mit den US-Riesen AT&T und Verizon mithalten zu können, weiß auch Höttges. "Es bleibt immer die Frage der langfristigen Wirtschaftlichkeit", sagte Höttges. "Irgendwann müssen Sie ihr Geld auch mal zurückverdienen."
Keine Waffengleichheit
Der Telekom-CEO sieht unter anderem in der Konzentration von Spektrum bei den beiden Marktführern ein Problem für den Wettbewerb. Die Schieflage bei der Frequenzausstattung könnte nach der laufenden Auktion noch verschärft werden. In den USA wird derzeit Spektrum im Bereich 1,7 und 2,1 GHz versteigert. Die Auktion neigt sich dem Ende zu, bisher wurden Gebote von insgesamt knapp 45 Milliarden US-Dollar abgegeben.
Auch im Wettbewerb mit Internetkonzernen wie Google oder Facebook kritisiert Höttges mangelnde Waffengleichheit. Ein Beispiel: Das Zukunftsmodell Big Data. Während für Telcos eine strenge Regulierung wie das Fernmeldegeheimnis gelte, müssten sich US-Internetgiganten bei der Datenauswertung nicht um solche Regeln kümmern. "Niemand von uns kann mit diesen Jungs auf gleicher Ebene konkurrieren", sagte Höttges auf der DLD-Konferenz am Sonntag. Dabei böten die Internetunternehmen inzwischen auch Telekommunikationsdienste an. (vbr)