US-Jugendschutzkommission erwägt virtuellen Sperrbezirk
Ein US-Senator will alle Internetsites mit Sexangeboten in eine eigene Top Level Domain verbannen.
Während einer Anhörung der staatlichen Kommission über die Zukunft des Jugendschutzes in den USA Ende vergangener Woche hat der Senator Joseph Lieberman den Vorschlag gemacht, eine neue, übergeordnete Top Level Domain (TLD) zu schaffen, unter der sich alle Anbieter von sexuell einschlägigen Websites sammeln sollten.
"Diese Idee, die letztlich einen virtuellen Rotlicht-Bezirk etablieren würde, hat einige Vorteile", begründete Lieberman seine Initiative. Statt die offene Architektur des Internet einzuschränken, würde sie auf ihr aufbauen, um Kinder effektiv von Pornografie im Web fernzuhalten. "Und zwar ohne die Rechte Erwachsener zu beschneiden", freute sich der Senator.
Doch Kritiker fürchten, dass damit eine Lawine von Regierungseingriffen auf den Domainnamensraum ausgelöst werden könnte. "Fängt man erst ein mal an mit dem Ziehen virtueller Grenzen", fragte Diane Cabell vom Berkman Center für Internet & Society an der Harvard Law School, "wo hört man wieder damit auf?"
Auch das Electronic Privacy Information Center (EPIC) hält wenig von dieser Idee und schlägt den Politikern vor, lieber Ausbildungsinitiativen zu fördern, die Jugendliche beim verantwortungsvollen und mediengerechten Umgang mit dem Internet unterstützen. (Stefan Krempl)
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