Kehrwochenplan

Mit Moos und Elektro-Taxis gegen Feinstaub: Im Kampf gegen die gesundheitsschädlichen Mirkropartikel will Stuttgart nun verstärkt angreifen. Sollten die Maßnahmen nach drei Jahren aber ohne Wirkung bleiben, könnten auch Vorschriften erlassen werden

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Von
  • Julia Giertz
  • dpa
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Stuttgart, 20. Januar 2014 – Die Stadt Stuttgart, das Regierungspräsidium und das Land wollen die Feinstaubbelastung in Stuttgart durch verschiedene, neue Maßnahmen verringern. Dadurch sollen nicht nur die Gesundheitsgefährdung der Bürger verringert, sondern auch Strafzahlungen infolge eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens abgewendet werden, erklärte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Stuttgart.

Das gemeinsame Konzept soll in den kommenden Tagen dem Bund übersandt werden, der es der EU-Kommission zukommen lässt, die neben Stuttgart auch Leipzig im Visier hat. Strafzahlungen liegen nach den Worten Hermanns in einer Größenordnung von mehreren Hunderttausend Euro pro Tag.

Kehrwochenplan (4 Bilder)

Wie die meisten deutschen Großstädte bekommt nun auch Stuttgart Druck von der EU.
(Bild: h/A Archiv)

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sagte mit Blick auf 64 (Vorjahr: 91) Tage, an denen 2014 die Grenzwerte von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an der Messstelle Neckartor überschritten wurden: „Stuttgart ist auf gutem Wege, aber man kann nicht zufrieden sein.“ Erlaubt sind nur 35 Überschreitungstage. Das Neckartor liegt an der vielbefahrenen Bundesstraße 14. Angepeilt ist, die Grenzwerte bis 2021 – unabhängig von der Witterung – einzuhalten. Die vorgegeben Jahresmittelwerte wurden im vergangenen Jahr schon an allen Stuttgarter Messstellen unterschritten.

Zum Kampf gegen die Mini-Partikel, die Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen verursachen können, gehört eine weitere deutliche Reduzierung des motorisierten Verkehrs. Denn der Abrieb von Bremsen und Reifen trägt mit 31 Prozent zur Gesamtbelastung bei. Die sogenannte Hintergrundbelastung durch andere Quellen wie Großfeuerungsanlagen steuert 55 Prozent bei.

Die geplanten Metropol-Express-Züge sollen erheblich zum Umstieg vom Auto auf die Schiene beitragen und auch die Jobtickets seien beliebt, erläuterte Kuhn. „Angebote, nicht Verbote“ stünden im Vordergrund, so Hermann. Wenn nach drei Jahren aber alle Appelle ohne Erfolg blieben, müssten Vorschriften zum Zuge kommen, warnte der Grünen-Politiker.