Neuer Rekord für alten Quattro
Für aufsehenerregende 347.000 Euro ging ein Ur-Quattro in Scottsdale in den USA jetzt weg. Aufsehen und hat der Audi Sport Quattro schon in den frühen 80ern erzeugt und ist bis heute eine Rallye-Ikone von Weltruhm
- Ralf Loweg
- Mirko Dölle
Scottsdale (USA), 21. Januar 2015 – Als Allrad-Pionier und Rallye-Ikone hat der Audi Sport Quattro Weltruhm erlangt. Nicht minder rekordverdächtig ist auch die Summe, die dieser als Joungtimer jetzt bei einer Auktion erzielte: Der Ur-Quattro wurde in Scottsdale in den USA für umgerechnet 347.000 Euro versteigert. Das ist viel Geld, trotz eines fast jungfäulichen Tachostands von gerade einmal 8300 Kilometern.
Erstbesitzer dieses Audi Sport Quattro mit Chassisnummer WAUZZZ85ZEA905147 war der japanische Sammler Yoshikuni Okamoto aus Kobe, der 1984 diesen Wagen bestellte. Mit einem Neupreis von 195.000 Mark gehörte der Quattro zu den teuersten Autos seiner Zeit. Dafür gab es damals laut auto motor und sport zwei Porsche 911 Turbo.
Neuer Rekord für alten Quattro (3 Bilder)

Mit diesem Quattro gewann Audi 1984 den Titel in der Rallye-WM. Einer dieser legendären Allrad-Pioniere wurde nun für 347.000 Euro versteigert.
Permanenter Allradantrieb ohne Verteilergetriebe
Angetrieben wird der Quattro von einem 2,1-Liter-Reihenfünfzylinder, der dank Turboaufladung und 4-Ventiltechnik 306 PS leistet. Ein KKK-K27-Lader setzt das Triebwerk mit bis zu 1,05 bar unter Druck, die serienmäßige Kraft von bis zu 350 Nm wird nach ihrer Multiplikation in Getriebe und Differenzialen an alle vier Räder weitergeleitet.
Ein Schmankerl ist der echte permanente Allradantrieb, der dank einer hohlen Schaltradwelle im Getriebe ohne Verteilergetriebe auskommt. Verzichtet wurde auf eine asymmetrische Kraftverteilung durch ein Planetengetriebe im zentralen Differenzial. Er bringt so schon genügend Traktion für fast alle Situationen. Sollte sie dennoch einmal abreißen, bietet der Antrieb je eine händisch zu betätigende Sperre für das mittlere und das hintere Differenzial.
Im Audi Sport Quattro E2 leistet der Motor 530 PS und beschleunigt den Wagen in 2,6 Sekunden auf Tempo 100. Für den Pikes-Peak-Wettbewerb wurden sogar 598 PS aus dem Motor geholt, den Sprint auf 100 soll der extreme Sportler in weniger als 2,5 Sekunden geschafft haben. Im Rallyecross sollen Quattros mit Leistungen von bis zu 700 PS eingesetzt worden sein. (fpi)