Schweiz untersucht Preise von Microsoft-Produkten
Die Schweiz untersucht Vorwürfe, nach denen Microsoft-Produkte zu überhöhten Preisen verkauft werden.
Der Schweizer Preisüberwacher Werner Marti bestätigte heute, dass Verbraucher in der Schweiz für das Betriebssystem Windows 98 sowie das Softwarepaket Office 97 Professional erheblich mehr bezahlen müssen als in den USA. Nach ersten Untersuchungen hätten sich entsprechende Vorwürfe von Endkunden bewahrheitet. Es sei zu vermuten, dass Microsoft die Preise für jeden Kontintent einzeln festlege und der Verbraucher in Europa offenbar generell höhere Preise bezahlen müsse als auf dem amerikanischen Markt.
Die Institution des Preisüberwachers wurde 1972 vom Schweizer Parlament eingeführt. Seine Hauptaufgaben liegen in der kontinuierlichen Überwachung der Preisentwicklung und der Verhinderung von Kartellabsprachen. Die eingeleitete Untersuchung des Preisüberwachers soll jetzt klären, ob und in welcher Größenordnung bei den aktuellen Versionen der Microsoft-Software Preisunterschiede zu Ungunsten von Schweizer Konsumenten bestehen und welche Massnahmen zu treffen sind.
In einer Stellungnahme von Microsoft Schweiz heißt es, es sei selbstverständlich, dass Produkte eines amerikanischen Herstellers im US-Markt günstiger verkauft werden als in der Schweiz. Als Folge des höheren Preisniveaus bei Löhnen, Transport usw. lägen die Produktions-, Marketing- und Vertriebskosten in Europa über jenen der USA, was sich zwangsläufig auch in höheren Preisen niederschlage -- Software mache dabei keine Ausnahme, erklärte das Unternehmen. So genannte “Lokalisierungen“ für die Anpassungen der Software an einzelne Länder, die im riesigen homogenen amerikanischen Markt nicht erforderlich sind, verursachten weitere Kosten. Die Preisunterschiede seien daher verständlich. Laut Microsoft Schweiz will der Softwareriese aber mit dem Preisüberwacher kooperieren. (sla)