Hintergrund: "Ich bin entmaterialisiert" - Helge Achenbach spricht über seine Haft

19 Millionen soll der inhaftierte und angeklagte Kunstberater Helge Achenbach an die Familie des Aldi-Erben Berthold Albrecht zahlen. Viel Geld ist bei Achenbach aber wohl nicht mehr zu holen, seine Firmen sind insolvent. Achenbach gibt sich gelassen.

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Von
  • Dorothea Hülsmeier
  • dpa
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Für einen Angeklagten, dem mehrere Jahre Haft drohen und dessen Firmen pleite sind, wirkt Helge Achenbach inzwischen erstaunlich gelassen. "Ich bin entmaterialisiert", sagte der seit sieben Monaten inhaftierte Kunstberater in einem kurzen Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur am Montag im Essener Landgericht. "Ich bin wieder da angekommen, wo ich 1973 als Sozialarbeiter angefangen habe."

Dazu muss man wissen, dass Achenbach Sozialpädagogik studiert und ein Jahr Praktikum in der Justizvollzugsanstalt Siegburg gemacht hatte, bevor er 1973 seine erste Galerie in Düsseldorf gründete und sein Aufstieg als Kunstberater begann. "Ich bin zwar pleite, aber nicht ruiniert", sagt Achenbach, einst schillerndes Zentrum der Düsseldorfer Kunstszene. Während der Haft habe er angefangen, Gedichte zu schreiben und zu zeichnen. Daraus sei ein "Buch der Stille" für Freunde entstanden.

Achenbach ist nicht dabei, als Richter Joachim Matz am Landgericht Düsseldorf am Dienstag ein ziemlich kostspieliges Urteil verkündet. Rund 19 Millionen Euro Schadenersatz soll Achenbach an die Familie des 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht zahlen. Das ist zunächst einmal ein klarer juristischer Sieg für die Kläger, die zu den reichsten Familien Deutschlands zählen.