Zwei NAS-Serien von Qnap mit Virtualisierung

Zwei neue Baureihen von Netzwerkspeichern des taiwanischen Herstellers setzen Quad-Core-CPUs von AMD und Dual- sowie Quad-Cores von Intel ein. Damit sollen virtuelle Maschinen im NAS schneller laufen.

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Neue Netzwerkspeicher von Qnap mit Virtualisierungsfunktion
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Von
  • Florian Klan

Qnap erweitert sein Produktangebot um die Netzwerkspeicher-Reihen TVS-x63 und TVS-x71. Beide lassen sich als Hosts für virtuelle Maschinen nutzen (QvPC). In den VMs läuft wahlweise Windows, Linux oder Android, sodass man Server unabhängig vom Qnap-Angebot aufsetzen kann. Hierdurch lassen sich auch ungewöhnlichere Dienste wie der VoIP-Server Murmur oder Game-Server betreiben. Ohne eingerichtete VMs bringt Qnap in der QTS-Software werksseitig Server für Dateifreigaben (SMB, NFS, AFP), Webseiten, FTP, Authentifizierung in LAN und WLAN (Radius), VPN (PPTP, OpenVPN), Drucker und Videoüberwachung mit. Ferner lassen sich die Netzwerkspeicher an übliche Verzeichnisdienste zur Nutzerauthentifizierung anbinden (Active Directory, LDAP).

Beide Produktreihen kann man auf 10-Gigabit-Ethernet aufrüsten. Über HDMI- und USB-Ports lassen sich Monitor, Tastatur und Maus anschließen, um die Netzwerkspeicher lokal zu bedienen. Der HDMI-Port gibt auch 4K-Videos mit 7.1-Ton, etwa über die nachrüstbare Multimedia-Server-App XBMC wieder. Seit kurzem hört XBMC auf den Namen Kodi.

Nutzt man die Netzwerkspeicher als reinen Fileserver für maximal 50 Teilnehmer, so genügen schon die AMD-Modelle. Ihr Prozessor ist in etwa so leistungsstark wie der des kleinsten Intel-Modells. Das Einstiegsgerät kostet jedoch rund 200 Euro weniger. Die größeren Intel-Modelle bieten dank Core-i-Prozessoren mehr Leistung, die sich besonders bei der Virtualisierung bemerkbar machen sollte.

Qnap unterscheidet zwischen x86-Netzwerkspeicher optisch anhand der Gehäusefarbe. AMD-Geräte sind in beige gehalten, Intel-Modelle präsentieren sich in schwarz.

(Bild: QNAP)

Der Hersteller bietet die etwas günstigere TVS-x63-Reihe mit vier, sechs oder acht 2,5/3,5-Zoll-Einschüben für SSDs oder Festplatten an. Der eingebaute SATA-3-Controller lässt den Wechsel der Speichermedien im laufenden Betrieb zu (Hot Swap).

Allen Geräten hat Qnap eine mit 2,4 GHz getaktete AMD-Quad-Core-CPU der Embedded-G-Serie mit integrierter Radeon-Grafik spendiert. Die Rechenleistung entspricht laut Hersteller etwa der des Celeron-Quad-Core J1800 der TS-x53-Pro-Serie. Die Geräte nehmen maximal 16 GByte an DDR3L-Speicher auf und sind ab Werk wahlweise mit 4 oder 8 GByte bestückt.

Für die Netzwerk-Anbindung sorgt ein Dual-Gigabit-Adapter auf dem Mainboard. Der freie PCI-Express-Slot ist mit vier Lanes angebunden und überträgt maximal 10 GBit/s. Er nimmt optional eine Gigabit-Netzwerkkarte mit zwei Anschlüssen, einen 10-GE-Adapter mit einem oder eine 10-GE-Karte mit zwei 10GBase-T-Anschlüssen auf. Im Topmodell TVS-863+ sitzt ab Werk eine zusätzliche 10-GE-Karte mit einem 10GBase-T-Port.

Ăśber fĂĽnf USB-3.0-AnschlĂĽsse lassen sich Drucker oder externe Speicher anschlieĂźen und im Netzwerk bereitstellen. Die beiden HDMI-Schnittstellen geben das Betriebssystem, Medien oder VMs gespiegelt wieder. Mehr-Monitor-Betrieb mit unterschiedlichen Desktops gibt es noch nicht, der Hersteller will das mit einem kommenden Firmware-Update nachrĂĽsten.

Das gĂĽnstigste Modell TVS-463-4G mit vier EinschĂĽben kostet 784 Euro. Zum Topmodell TVS-863+, das im Februar erscheint, steigt der Preis auf 1380 Euro.

Bei allen neu vorgestellten x86-Netzwerkspeichern von QNAP lassen sich Festplatten oder SSDs im Betrieb wechseln.

(Bild: QNAP)

Die NAS-Reihe TVS-x71 nimmt ebenfalls vier, sechs oder acht Speichermedien in 2,5- oder 3,5-Zoll-Bauform auf. Angesteuert werden sie über einen hotswap-fähigen SATA-3-Controller. Bei den Intel-Geräten kann man je nach Modell aus zwei bis vier Prozessoroptionen wählen: Pentium G3250 (3,2 GHz, Dual Core), Core-i3 4150 (3,5 GHz, Dual Core), Core-i5 4590S (3,0 GHz, Quad Core) oder Core-i7 4790S (3,2 GHz, Quad Core). An die Prozessorwahl ist die DDR3-Speicherausstattung von 4, 8 oder 16 GByte gekoppelt; maximal sind 32 GByte möglich.

Jedes NAS besitzt vier Gigabit-Ethernet-Schnittstellen auf dem Mainboard, vier USB-3.0-Anschlüsse und einen HDMI-Ausgang. Zwei mSATA-Ports nehmen optionale Flash-Module auf, um die Ein- und Ausgabeleistung per SSD-Caching zu erhöhen. Zusätzlich verfügen die Mainboards der Intel-Netzwerkspeicher über zwei PCI-Express-Slots. Einer der Anschlüsse ist mit acht Lanes angebunden und überträgt maximal 20 GBit/s, der andere begnügt sich mit vier Lanes und 10 GBit/s. Die Anschlüsse nehmen 10-GE-Karten mit einem oder zwei 10GBase-T-Anschlüssen auf. Bei der x71-Serie bietet Qnap zudem einen 10-GE-Adapter mit einer SFP+-Schnittstelle an. Maximal kann man also acht Netzwerkanschlüsse erreichen.

Für das Einstiegsgerät TVS-471-PT-4G verlangt Qnap aktuell 998 Euro, das Topmodell TVS-871-i7-16G kostet 2260 Euro.


[Update 05.02.2015: Auf mSATA-Anschlüsse verzichtet Qnap bei der TVS-x71-Reihe. Diese gibt es dafür beispielsweise bei der im 19-Zoll-Gehäuse ausgelieferten TVS-x71U-Serie. ] (fkn)