Französische Supermarktkette soll geräteübergreifende Videoplattform pushen

Das Einzelhandelsunternehmen Carrefour unterstützt in seinem Heimatland das Ultraviolet-System, mit dem sich ein einmal auf Disc erworbener Film legal auf allen Arten von Geräten anschauen lässt.

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Französische Supermarktkette soll Geräte-übergreifende Videoplattform pushen

(Bild: DECE)

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Die von der Allianz DECE (Digital Entertainment Content Ecosystem) bereits Ende 2013 in Deutschland und Frankreich eingeführte geräteübergreifende Unterhaltungsplattform "Ultraviolet" könnte zumindest in der Grande Nation nun Auftrieb erhalten. Zum Hoffnungsträger der Ultraviolet-Verfechter avanciert dabei die französische Supermarkt-Kette Carrefour, die Anfang dieser Woche ihren Videostreamingdienst "Nolim Films" eingeführt hat. Käufer von DVDs und Blu-ray Discs haben nun nämlich die Möglichkeit, den jeweiligen Titel über den Ultraviolet-Code in der Packung in der Online-Bibliothek des Dienstes freizuschalten. Die Videos lassen sich dann auf ausgewählten Smart-TVs, am Windows-PC oder Mac sowie auf Tablet und Smartphones anschauen.

Carrefours VoD-Dienst weist bei seinen Titeln auf die Ultraviolet-Unterstützung hin.

(Bild: Nolim)

Die Freischaltung ist auch bei Discs möglich, die nicht bei Carrefour, sondern bei einem anderen französischen Händler gekauft wurden. Ultraviolet-Codes sind jedoch an das jeweilige Land gebunden und lassen sich bei importieren Discs nicht einfach im Heimatland des Kunden nutzen.

Nach Angaben der Media & Entertainment Services Alliance (MESA) verkaufte Carrefour 2014 in seinen französischen Filialen mehr als 7 Millionen Video-Discs. Damit habe das Unternehmen im landesweiten Vergleich unter den Video-Disc-Einzelhändlern auf dem dritten Platz gelegen. Im vergangenen Jahr war das Ultraviolet in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden eingeführt worden. Als größter europäischer Erfolg galt bislang die Unterstützung des Systems seitens der britischen Supermarktkette Sainsbury’s.

Nach Angaben der DECE wurden bislang mehr als 20 Millionen Ultraviolet-Benutzerkonten eingerichtet, über die Codes für 100 Millionen Lizenzen eingelöst wurden. Weltweit sollen bereits über 14.500 Ultraviolet-Titel von 13 großen Inhaltelieferanten verfügbar sein. Hinter Ultraviolet stehen neben Sony noch weitere Hollywood-Studios wie etwa Warner Bros., Fox, Lionsgate und Paramount. Aber auch Händler wie Walmart und Gerätehersteller wie Toshiba sowie Kabelkonzerne wie Liberty Global sind mit im Boot. (nij)