Schuldig: Betreiber von Racheporno-Website drohen 20 Jahre Haft
Bis zu 20 Jahre Haft drohen dem Betreiber der Racheporno-Website ugotposted. Der schuldig Gesprochene hatte nicht nur das Portal fĂĽr die intimen Bilder betrieben, sondern auch von den Opfern Geld kassiert.
(Bild: dpa, Armin Weigel / Archiv)
Der Betreiber der Racheporno-Website ugotposted, auf der Nutzer Nacktbilder ihrer Ex-Partner veröffentlichen konnten, ist von einem Geschworenengericht in Kalifornien schuldig gesprochen worden. Der 28-Jährige Kevin B. hatte Nutzern der Website ermöglicht, intime Fotos sowie persönliche Daten Dritter zu veröffentlichen. Von den Abgebildeten verlangte der Betreiber dann bis zu 350 Dollar (etwa 306 Euro), um die Einträge zu entfernen.
Unter anderem wurde der Mann wegen Identitätsdiebstahl und Erpressung schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll Anfang April verkündet werden. Dem Betreiber drohen bis zu 20 Jahre Haft, berichtete die Los Angeles Times nach dem Urteil vom Montag. Bereits im vergangenen Frühjahr waren Kevin B. sowie ein Mitbetreiber der Seite zu einer Geldstrafe von 385.000 US-Dollar wegen Kinderpornographie verurteilt worden: Auf der Plattform waren Nacktbilder der damals noch minderjährigen Klägerin veröffentlicht worden.
Zwischen Dezember 2012 und September 2013 waren auf der Website mehr als 10.000 Fotos von Personen aus Kalifornien und anderen US-Bundesstaaten aufgetaucht. Betroffene hatten in dem Prozess ausgesagt, dass die Bilder sie beschämt und zu Stress in ihren Familien und am Arbeitsplatz geführt hätten.
"Eine absolute Schande"
Die Gerichtsdokumente enthalten auch E-Mails von Frauen, die den Betreiber aufforderten, die Fotos zu löschen. "Diese Website ist eine absolute Schande“, schrieb eine Frau. Eine andere hatte Anrufe, E-Mails und obszöne Fotos von Unbekannten erhalten, die sich mit ihr verabreden wollten.
Bei "Revenge Porn" handelt es sich um explizite Bilder oder Videos, die ohne Einwilligung der gezeigten Personen veröffentlicht werden. Die Aufnahmen stammen zum Beispiel von Ex-Partnern, die sich rächen wollen, oder Hackern, die sich auf infiltrierten Rechnern privater Dateien bemächtigt haben.
Dieses Phänomen kam unter anderem durch die inzwischen offline gestellten Website isanyoneup in die Öffentlichkeit, deren Betreiber Hunter M. Anfang 2014 angeklagt wurde. Sowohl der US-Bundesstaat Kalifornien als auch die britische Regierung haben Gesetze auf den Weg gebracht, die Rachepornos unter Strafe stellen. (Mit Material der dpa) / (axk)