Börsenaufsicht will Falschmeldungen in Chat-Rooms bestrafen
Der Präsident des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel hat sich für eine schärfere Fassung des Börsengesetzes ausgesprochen.
Der Präsident des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel, Georg Wittich, hat sich für eine schärfere Fassung des Börsengesetzes ausgesprochen. Darüber hinaus fordert er eine zentrale Aufsicht über kriminelle Vorgehensweisen am Kapitalmarkt.
"Vor allem im Internet sehen wir mit Sorge, dass auch bei uns in Deutschland die Gefahr von Kursmanipulationen besteht", sagte Wittich in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag-Ausgabe). Insbesondere in den Chat-Rooms sei zu beobachten, dass offenbar mit Falschmeldungen die Kurse beeinflusst werden sollen. Um diese Trends besser bekämpfen zu können, müssten die schwer nachweisbaren "subjektiven Elemente" aus der Strafvorschrift im Börsengesetz gestrichen werden. Dies entspreche auch der Tendenz in anderen europäischen Ländern.
Wittich schlägt in diesem Zusammenhang vor, sein Amt zur zentralen Überwachungsinstanz in der Bundesrepublik auszugestalten. Derzeit ist die zentrale Aufgabe die Beobachtung von Insidergeschäften, die nach dem reformierten Wertpapierhandelsgesetz strafbar sind. Mit dieser Position stellt sich das Aufsichtsamt gegen die Ansprüche der Deutschen Bundesbank, die eine zentrale Kontrolle der Finanzmärkte unter dem eigenen Dach installieren möchte. (dpa) (cp)