Dell und Gateway planen für die Nach-PC-Ära

Gateway und Dell wollen in Zukunft stärker Umsätze mit Dienstleistungen, Software und Internet-Hardware als mit dem klassischen PC-Geschäft machen.

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Von
  • Christian Rabanus

In der Computerbranche machen sich offenbar zunehmend Zweifel breit, ob das PC-Geschäft künftig noch die tragende Rolle im Bereich der Informationstechnik spielen kann. Aus der Managementebene der PC-Hersteller Gateway und Dell war jetzt auf einer Investorenkonferenz der US Bancorp Piper Jaffray zu vernehmen, dass diese beiden Unternehmen in Zukunft stärker auf den Verkauf von Dienstleistungen, Software, Server- und Speicherkomponenten setzen wollen.

John Todd, Finanzchef bei Gateway, führte aus, dass sich seine Firma gleichmäßigere und besser gesicherte Einnahmen durch Internet-Dienstleistungen und Software verspreche. Mit Aktivitäten in diesem Bereich könne Gateway auch Kunden sehr viel besser langfristig an sich binden als im einfachen PC-Geschäft. Ein Kunde, der langfristig mit Gateway zusammenarbeite, beschere dem Unternehmen einen Umsatz von durchschnittlich etwa 6000 US-Dollar, während ein Einmal-Kunde, der einen PC kaufe, nur für einen Umsatz von etwa 1845 Dollar sorge. Den Anteil von Einnahmen aus dem Bereich "beyond the box", also dem, was nicht direkt aus dem PC-Geschäft resultiert, wolle man von 20 Prozent im Geschäftsjahr 1999 auf 40 Prozent im laufenden Geschäftsjahr 2000 erhöhen.

Dell will mehr spezielle Internet-Produkte ins Angebot aufnehmen, die durch das Wachstum des Netzes verstärkt nachgefragt werden. Don Collins, Vizefinanzchef des Unternehmens, denkt hierbei in erster Linie an Server, Speicherlösungen und andere Komponenten, die ein Unternehmen für seinen Online-Auftritt braucht. Auch im Bereich IT-Consulting wolle sich Dell zukünftig stärker engagieren.

Die US Bancorp begrüßte die vorgestellten Strategien. Ashok Kumar, Hardware-Analyst der Gesellschaft, betonte, dass die Unternehmen auf solche Weise die negativen Auswirkungen von Preisschwankungen auf dem Komponentenmarkt begrenzen könnten.

Schon seit einiger Zeit steigt der Druck auf die PC-Hersteller, ihre Geschäftsstrategien zu überdenken. Die Anwender fühlen sich immer stärker zu spezialisierten Geräten wie Web-Pads, Set-Top-Boxen oder Thin-Clients hingezogen – was sich nicht zuletzt an den Umsatzzahlen im letzten Jahr bemerkbar machte. Die Ära des PCs nähert sich nach Meinung vieler Beobachter ihrem Ende. (chr)