Dias abfotografieren
Das Abfotografieren von Dias mit der Digitalkamera wird zurecht immer beliebter. Etwas Improvisationstalent ist beim Abfotografieren aber notwendig, denn fertige Komplettlösungen wie beim Scannen gibt es nicht.
- Thomas Gade
- Sascha Steinhoff
Dias gehörten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den populärsten Bildträgern in der Amateur- und professionellen Fotografie. Sie sind wertvolle Unikate, die Erinnerungen an die Vergangenheit bewahren. Im Unterschied zu Negativfilm verbergen Dias ihre Bildinformationen nicht hinter invertierten Farben und Farbmasken. Für die Digitalisierung sind Dias das ideale Ausgangsmaterial. Seit den 1930er Jahren war der Kleinbildfilm der Standardfilm in vielen fotografischen Bereichen. Aber auch größere Formate wie 6 x 6-Dias gibt es zahlreich. Ferner wurden Planfilme in den Maßen 9 x 12 Zentimeter und größer verwendet. Es gibt also eine große Formatvielfalt in den Archiven.
In einem ĂĽber Jahrzehnte gewachsenen Archiv sind Dias in unterschiedlichen Formaten anzutreffen.
(Bild:Â Dieter Hoppe)
Dias werden einzeln gerahmt oder als Filmstreifen aufbewahrt. Über die Vielfalt der Diarahmen ließe sich eine Doktorarbeit schreiben. Die unterschiedlichen 5 x 5-Zentimeter-Rahmen für Dias wurde aus Pappe, Plastik, Metall und Glas hergestellt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Dias entweder zwischen zwei dünnen Glasscheiben, nur hinter einer Glasscheibe oder glaslos gerahmt wurden. Manche zwischen zwei Glasscheiben gerahmte Dias sind auch nach Jahrzehnten noch so frisch wie am ersten Tag, während andere erhebliche Schäden erlitten bis hin zur kompletten Zerstörung. Zwischen den Gläsern kann unter ungünstigen Bedingungen ein Mikroklima entstehen, in dem Organismen gedeihen und die Bilder zerstören. Ob und wann dies geschieht, ist nicht vorhersehbar.
Geglaste Dias umrahmen
Auch 5 x 5-cm-Diarahmen können unterschiedliche Bildgrößen beinhalten. Von links nach rechts: 28 x 28 mm, 24 x 36 mm und 40 x 40 mm Super Slide.
Ob man geglaste Dias für die Langzeitarchivierung in glaslose Dias umrahmen soll, ist eine Glaubenssache. Wenn die Papierstreifen, mit denen die Glasscheiben zusammengeklebt wurden, nicht bröselig geworden sind, zwischen den Gläsern kein trüber Belag entstanden ist und kein Staub eingeschlossen wurde, besteht hinsichtlich der Archivierung hierfür keine dringende Notwendigkeit. Für die Digitalisierung sind glas lose Rahmen jedoch generell zu bevorzugen. Eine Glasscheibe vor dem Dia kann der Qualität der Digitalisierung nämlich durchaus abträglich sein.
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