Vodafone sieht Abwärtstrend gestoppt
Der britische Netzbetreiber konnte den UmsatzrĂĽckgang der vergangenen Quartale bremsen. Deutschland-Chef Schulte-Bockum sieht den Carrier hierzulande zurĂĽck auf der Erfolgsspur.
(Bild: dpa, Rolf Vennenbernd)
Der Vodafone-Konzern macht weiter Fortschritte. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 konnte das Unternehmen den Umsatzschwund im Kerngeschäft bremsen, die um Zukäufe bereinigten Erlöse mit Telefondiensten gingen nur noch leicht auf 9,8 Milliarden Pfund zurück. Insgesamt verzeichnete die Gruppe auch dank der Übernahme von Kabel Deutschland einen um 13,5 Prozent gestiegenen Umsatz von 10,8 Milliarden Pfund (14,6 Milliarden Euro). Vodafone schnitt damit auch besser ab als Experten erwartet hatten.
Vodafone Deutschland ist mit einem Umsatz von fast 2 Milliarden Pfund (2,7 Milliarden Euro) die größte europäische Tochtergesellschaft. Auch die Düsseldorfer konnten ihren Mobilfunkumsatz bei rund 2,5 Milliarden Euro stabilisieren. Im Festnetzbereich stieg der Umsatz auch dank der Integration von Kabel Deutschland auf 959 Millionen Euro. Zum Jahresende verzeichnete Vodafone Deutschland 31,5 Millionen Mobilfunkkunden sowie 5,4 Millionen Festnetzabonnenten, davon 2,5 Millionen bei Kabel Deutschland.
"Wir kommen zurück auf den Erfolgsweg", bilanziert Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum. "Unser neuer Fokus aufs Festnetz zahlt sich aus." Wie viele europäische Carrier setzt auch Vodafone auf den integrierten Kommunikationskonzern. Das Unternehmen bietet Telefon, Mobilfunk, Internet und Unterhaltungsdienste aus einer Hand an. Doch sind auch die Konkurrenten nicht untätig, die Konzentrationsbewegung auf dem europäischen Markt gewinnt in letzter Zeit an Fahrt.
Vodafone steht deshalb auf dem britischen Markt massiv unter Druck, weil sich wichtige Konkurrenten zusammenschlieĂźen. Die bisher auf dem Mobilfunkmarkt nicht vertretene BT-Group ĂĽbernimmt den MarktfĂĽhrer EE und steigt damit zum Branchenprimus auf. O2 UK, die britische Mobilfunktochter der spanischen Telefonica, soll fĂĽr 9,25 Milliarden britische Pfund zum Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong wechseln und mit dem Mobilfunker 3 fusionieren. (vbr)