Länderchefs wollen über Werbereduzierung bei ARD und ZDF beraten
Der seit 2013 geltende Rundfunkstaatsvertrag hat den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten mehr Geld eingebracht, als erwartet. Aus diesem Grund wollen die Ministerpräsidenten im Juni über eine Kürzung der Werbezeiten bei ARD und ZDF beraten.
(Bild: Screenshot ARD.de)
Bei ARD und ZDF ist weniger Werbung im Programm künftig denkbar – im Juni wollen die Ministerpräsidenten über eine mögliche Senkung beraten. "Rheinland-Pfalz kann sich eine Werbereduzierung vorstellen, das muss aber im Zusammenhang mit der Beitragsstabilität gewichtet werden", sagte Staatssekretärin Jacqueline Kraege (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Das Land Rheinland-Pfalz hat den Ländervorsitz für Medien. Ein kompletter Werbeverzicht sei jedoch illusorisch, denn trotz Mehreinnahmen wäre ein großer Betrag aufgezehrt.
Die Bild-Zeitung hatte am Mittwoch geschrieben, es gebe angesichts zusätzlicher Mehreinnahmen erstmals konkrete Überlegungen für ein Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die Ministerpräsidenten wollten im Juni über ein Werbeverbot entscheiden. Der seit 2013 geltende Rundfunkbeitrag bringt bisher deutlich mehr ein als gedacht: für 2013 bis 2016 könnten es 1,5 statt 1,2 Milliarden Euro zusätzlich sein. Genaue Zahlen liegen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) bisher noch nicht vor. Beschlossen ist, dass der Beitrag ab April um 48 Cent auf 17,50 Euro pro Monat sinkt. Wenn Werbung und Sponsoring bei ARD und ZDF komplett wegfielen, müsste ein Haushalt laut KEF 1,26 Euro mehr zahlen. (mre)