Steiniger Weg nach Italien für die Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom scheitert vermutlich mit ihrem Plan, über das Konsortium Andala ins italienische UMTS-Geschäft einzusteigen.

vorlesen Druckansicht 1 Kommentar lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Christian Rabanus

Sollte die Deutsche Telekom eine Beteiligung an dem italienischen UMTS-Konsortium Andala angestrebt haben, so kann sie diesen Plan wohl bald begraben. Zwar blieben die Spekulationen, dass die Telekom mit dem italienischen Telekommuniktionsunternehmen Tiscali, den führenden Konzern innerhalb des Konsortiums Andala, über eine Beteiligung verhandele, bislang von offizieller Seite unkommentiert – aber nach dem Ausscheiden aus dem Joint-Ventrue Wind ist klar, dass Telekom-Chef Ron Sommer eine andere Möglichkeit sucht, sich am UMTS-Geschäft in Italien beteiligen zu können. Die Partnerschaft mit einem italienischen Unternehmen wäre die preisgünstigste und auch erfolgversprechendste Variante.

Allerdings berichtet die Financial Times Deutschland in ihrer heutigen Ausgabe, dass Tiscali höchstwahrscheinlich dem in Hongkong ansässigen Konzern Hutchison Whampoa den Zuschlag für eine Beteiligung an Andala geben werde. Den Ausschlag habe die Finanzkraft von Hutchison und seine Verbindung zum japanischen Mobilfunkriesen NTT DoCoMo gegeben. Die endgültige Entscheidung soll noch vor der Auktionärsversammlung von Andala am Montag bekannt gegeben werden.

Doch könnte die Telekom Glück im Unglück haben: Gerade vorgestern sind aus dem italienischen UMTS-Konsortium Dix.it die Firmen Pirelli und Biscom ausgestiegen. Die beiden verbliebenen Mitglieder, die Telekommunikationsgesellschaft Atlanet und die Banca di Roma, haben daraufhin ein neues Konsortium mit dem Namen Ipse gebildet und suchen weitere Teilhaber. Neben den staatlichen Eisenbahnen Italiens, die Immobilien und Infrastruktur in das Konsortium einbringen wollen, ist derzeit noch die finnische Telefongesellschaft Sonera als möglicher Teilhaber im Gespräch. Sollte die Tür von Andala für die Deutsche Telekom tatsächlich verschlossen bleiben, wird Ron Sommer sicherlich auch bei Ipse anklopfen, um die Bedingungen einer Zusammenarbeit mit diesem Konsortium auszuloten. (chr)