Anleitung zum Kindesmißbrauch und Mord im Internet

Ein 26-Jähriger, der im Web eine Anleitung für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung eines zehnjährigen Mädchens publiziert hatte, ist wieder auf freiem Fuß.

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Ein 26-jähriger Mann, der im Web eine Anleitung für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung eines zehnjährigen Mädchens publiziert hatte, ist wieder auf freiem Fuß. Er hatte nach Angaben der Polizei in Bad Segeberg gestanden, auf seiner Homepage sieben Seiten mit seinen perversen Fantasien installiert zu haben, und war daraufhin dem Haftrichter vorgeführt worden. Es habe jedoch kein Haftgrund vorgelegen, sodass der Verdächtige wieder frei gelassen wurde, sagte ein Polizeisprecher.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes wurden laut Polizeiangaben Videokassetten, Schriften sowie ein Computer beschlagnahmt, die jetzt von Spezialisten des Landeskriminalamtes gesichtet werden. Man ermittle derzeit nur wegen des Besitzes und der Verbreitung pornografischer Schriften gegen ihn. "Ob weitere Straftatbestände zum Tragen kommen, zum Beispiel Aufforderung zur Begehung von Straftaten, muss geprüft werden", heißt es in einer Polizeimitteilung. In seiner Vernehmung hatte der Mann bestritten, andere zu Straftaten aufgefordert zu haben. Das habe er auch auf seiner Homepage so zum Ausdruck gebracht.

Gabriele Wichert vom Deutschen Kinderschutzbund sagte, sie finde es sehr bedrückend, dass der Mann wieder auf freiem Fuß ist, da dem bislang unauffälligen Täter juristisch keine Aufforderung zu einer Straftat nachzuweisen sei. Möglicherweise bestehe hier eine Gesetzeslücke. Falls dies der Fall sei, müsste diese umgehend gefüllt werden, sagte Wichert. Der Täter selbst brauche vermutlich eine psychologische Behandlung. (ad)