Auslieferung des "smarten Stromzählers" Neurio hat begonnen
Ein im November 2013 über Kickstarter finanzierter Stromzähler, der die Leistungsaufnahme von Verbrauchern im gesamten Haus erfassen soll, wird nun an die ersten Backer ausgeliefert.
Die Senkung des Stromverbrauchs gehört neben der optimierten Temperierung der Wohnräume und die zur jeweiligen Stimmung passenden Beleuchtung zu den Kernthemen der Hausautomation. Die im Herbst 2013 vom kanadischen Startup Neurio Technology begonnene Crowdfunding-Kampagne um einen "smarten Stromzähler" stieß daher auf offene Ohren – und offene Brieftaschen: Am Ende kamen über die Kickstarter-Plattform statt der erhofften 95.000 kanadischen Dollar (nach heutigem Stand knapp 68.000 Euro) über 267.000 kanadische Dollar (rund 190.000 Euro) zusammen. Die ersten Geräte sollten im April 2014 an die Unterstützer ausgeliefert werden; tatsächlich erfolgte am heutigen Donnerstag der offizielle Start.
(Bild:Â Neurio)
Für den Erfolg auf Kickstarter ist sicherlich das Versprechen der Entwickler verantwortlich, alle noch so dummen Haushaltsgeräte über ein einzelnes Produkt kontrollieren zu können. So soll Neurio mittels "smarter Algorithmen" (O-Ton Pressemitteilung) in der Leistungsaufnahme praktisch jedes Verbrauchers Muster erkennen und anhand dieser Rückschlüsse ziehen können. So wüsste der smarte Stromzähler nicht nur, welches Gerät gerade eingeschaltet ist oder im Standby ruht, sondern könne etwa auch Bescheid geben, wenn die Waschmaschine fertig gewaschen hat oder ob man den Herd angelassen hat.
(Bild:Â Neurio)
Die Analyse findet in der Cloud statt, in die Neurio die gesammelten Daten über seinen WLAN-Chip und einen Router liefert. Dritter im Bunde ist die Neurio-eigene App Wattson, die die Daten sichtbar macht. Eine offene API und eine optionale App namens Trigger wenden sich an Entwickler. Wer möchte, kann sich Benachrichtigungen aufs Handy schicken lassen, zudem arbeitet das System mit dem Smart-Home-Hub der US-amerikanischen Firma SmartThings und erlaubt das Erstellen von IFTTT-Rezepten.
Neurio lässt sich mittlerweile in verschiedenen Ausführungen auch regulär zu Preisen ab 250 US-Dollar vorbestellen; als Versanddatum wird das Frühjahr 2015 genannt. Das System soll sich auch in deutschen Haushalten einsetzen lassen, für den internationalen Versand kommen 35 US-Dollar hinzu. Die Installation überlässt man wohl besser einem Fachmann. Man darf gespannt sein, ob Neurio tatsächlich wie versprochen alle Verbraucher auseinanderhalten kann.
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Update:
c't hatte sich mit dem aus Belgien stammenden "Smappee" einen ähnlichen Energiemonitor in der Ausgabe 24/14 angeschaut.
(nij)