Startup stellt revolutionäre neue Schaltnetzteiltechnik vor
Ein Spannungswandler-Chip ohne teure externe Induktivitäten soll hohen Wirkungsgrad auch bei kleiner Last gewährleisten und so die Energieverschwendung im Standby von IoT-Geräten reduzieren.
(Bild: Semitrex)
"Dial a Voltage" so lautet das Motto des unlängst aus dem Verborgenen hervorgetretenen kalifornischen Startups Semitrex. Dessen Gleichspannungswandlertechnik braucht keine Induktivitäten, sondern arbeitet mit geschalteten Kondensatoren und "kapazitiver Spannungsreduzierung". Das ist eine wohlbekannte Technik, wie sie in kleineren Ladungspumpen etwa von Maxim schon lange angeboten wird.
Semitrex hat das aber weiterentwickelt und nun einen hocheffizienten Chip namens Tronium PSSoc vorgestellt, der ein Netzwerk von geschalteten Kondensatoren namens "Mux Capacitor" enthält. Die Kapazität ist dabei einstellbar von 0,1 bis 7 µF. Die Ausgangsspannungen kann man zwischen 1,7 und 48 Volt wählen und das laut Hersteller mit sehr hohem Wirkungsgrad auch bei niedrigen Lastströmen. Das Datenblatt weist 92 Prozent bei 50 mA Last bis hinauf zu 97 Prozent bei Volllast von 2,5 A aus. Einfache Sperrwandler, wie sie in handelsüblichen Steckernetzteilen verwendet werden, erreichen bei 2,5 A nur etwa 83 Prozent, bei geringerer Last sackt ihre die Effizienz schnell auf unter 30 Prozent ab. Eine Leistungsfaktorkorrektur ist erst für Schaltnetzteile ab 50 Watt gesetzlich vorgeschrieben.
Das Werbevideo von Semitrex zeigt nicht nur ein schnelleres Laden, als mit den Ladegeräten der Konkurrenz , sondern auch einen auf nahe Null zurückgehenden Strom nach Ende der Ladephase.
Nach einer Studie der International Energy Agency wurden 2013 weltweit 400 TWh im Werte von etwa 80 Milliarden US-Dollar von 14 Milliarden Geräten im Standby-Betrieb verschleudert. Das sind Geräte, die im Regelfall weniger als 50 Watt verbrauchen, wie Settop-Boxen, Smartphones oder Tablets. Für 2020 schätzt man 26 bis 30 Milliarden solcher Geräte. Ein Großteil der amerikanisch als "Vampir-Verlust" bezeichneten Standby-Verschwendung ging im Netzteil verloren.
Hier will Semitrex mit dem hocheffizienten Tronium IoT PSSoc ansetzen. Tronium-Chips seien für 1,8 bis 15 Volt ab Sommer 2015 in Mustern erhältlich. Die Leerlaufaufnahme soll bei weniger als einem halben Milliwatt liegen.
Firmenchef Michael Freeman ist praktischerweise gleichzeitig auch CEO von Smart Prong Technologies, die erste Firma, die Steckernetzteile und Ladegeräte für 5 und 19 Volt Ausgangsspannung bis hinauf zu 120 Watt Leistungsabgabe mit Tronium PSSoCs auf den Markt bringen will. Ab Ende 2015 soll man sie bestellen können. (as)