Kleine Unternehmen hinken bei Internet-Nutzung hinterher

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller sieht bei der Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs in Deutschland noch immer Nachholbedarf.

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  • JĂĽrgen Kuri

Werner Müller, im Kabinett von Bundeskanzler Gerhard Schröder Chef des Wirtschaftsministeriums, sieht bei der Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs in Deutschland noch immer Nachholbedarf. Nach einer in seinem Auftrag erstellten Studie breitet sich der so genannte E-Commerce zwar in hohem Tempo aus. Im Vergleich mit den USA, Großbritannien, Finnland und den Niederlanden habe er aber in Deutschland noch einen weiten Weg vor sich. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen hinkten der Entwicklung nach wie vor hinterher.

Laut der Untersuchung der Bonner empirica Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieforschung haben inzwischen zwei Drittel der 500 befragten deutschen Unternehmen Zugang zum Internet. Fast die Hälfte ist mit einer eigenen Website im Netz präsent. Gut ein Viertel der Betriebe kaufen online ein. 14 Prozent vertreiben über diesen Weg eigene Produkte.

Allerdings sehen kleine und mittlere Unternehmen vielfach noch keinen Nutzen im E-Commerce oder fühlen sich davon nicht betroffen. Außerdem blieben die ostdeutschen Firmen beim elektronischen Geschäftsverkehr insgesamt deutlich hinter West-Unternehmen zurück. Je höher die Beschäftigtenzahl sei, desto öfter würden auch neue Informationstechniken wie E-Mail, Internet oder Videokonferenz genutzt. Unter den einzelnen Wirtschaftszweigen seien hingegen keine größeren Unterschiede zu erkennen.

Die deutschen Privathaushalte allerdings seien im Vergleich mit Großbritannien, den USA, Finnland und den Niederlanden überdurchschnittlich gut mit Computern ausgestattet. Jedoch könnten nur 30 Prozent damit auch elektronisch einkaufen. Müller sieht in der Studie die Notwendigkeit für das Aktionsprogramm "Innovation und Arbeitsplätze für die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts" bestätigt, das die Bundesregierung aufgelegt hat. Auf der Webseite des Wirtschaftsministeriums gibt es eine Kurzfassung der Studie sowie ein Tabellenband zum Download. (jk)