MWC: Runcible - das Anti-Smartphone mit Firefox OS
Das eigenwillige Gerät eines kalifornischen Start-ups ist zwar im Kern ein Smartphone, soll aber den mit heutigen Handys verbundenen Informations-Overload abmildern.
Smartphones mögen ja ganz nett sein. Sie sind aber zu aufdringlich: Ständig piept etwas, permanent möchte das Gerät die Aufmerksamkeit des Benutzers und lenkt ihn von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens ab. Das findet zumindest Aubrey Anderson, der Gründer und Chef des Unternehmens Monohm. Er hat einen Gegenentwurf zu den gängigen Handys namens Runcible entwickelt: Etwa faustgroß ist das Gerät, rund, flach und mit einem Gehäuse aus Holz - irgendwo zwischen einem aktuellen Smartphone und einem Wearable.
Aubrey Anderson hat Firefox OS als Basis für Runcible gewählt, weil sich die runde Bedienoberfläche nur mit dem Mozilla-Betriebsystem verwirklichen ließ. Runcible benutzt den gesamten Software-Stack von Firefox OS; nur die Bedienoberfläche entwickelt Monohm selbst. Trotzdem habe es mit nur drei Mitarbeitern nur zehn Monate gedauert, eine erste Version von Runcible zu bauen. Mit seiner Umwelt kommuniziert Runcible via LTE, WLAN und Bluetooth. Per Bluetooth-Headset soll man auch damit telefonieren können, wenn es denn sein muss.
Anderson möchte Runcible bereits Ende des Jahres auf den Markt bringen. Dafür hat er auch bereits einen Partner, sagte er im Gespräch mit heise online. Das japanische Mobilfunkunternehmen KDDI will Runcible vertreiben. Der Preis soll etwa dem eines Premium-Smartphones entsprechen. Auf dem Mobile World Congress zeigte er nur ein Mockup des Geräts, bei dem man nicht die Bedienoberfläche ausprobieren konnte, sondern nur einige Screens durchliefen. Daher kann man jetzt noch nicht sagen, wie sich das Runcible in der Praxis bedienen lässt. Nur so viel: Es liegt schon gut in der Hand, das Holzgehäuse fühlt sich gut an. (jo)