Augenlicht
Ingenieure von Opel und Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt arbeiten an der so genannten "Eye-Tracking-Technologie". Damit soll künftig das Scheinwerferlicht des Wagens der Blickrichtung folgen können
- Rudolf Huber
Rüsselsheim, 12. März 2015 – Ingenieure von Opel und Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt arbeiten an der so genannten "Eye-Tracking-Technologie". Damit soll künftig das Scheinwerferlicht des Wagens der Blickrichtung folgen können.
Seit rund zwei Jahren wird an der Möglichkeit geforscht, das Licht durch die Blickrichtung des Fahrers zu steuern und gleich auch noch zu dosieren. Dazu nimmt eine Webcam den Kopf des Fahrers ins Visier und erkennt anhand der Bewegungen markanter Punkte wie der Nase oder der Augen die Blickrichtung. Per Rechner werden die Bewegungen dann in Befehle für adaptive Lichtsysteme umgewandelt. Hierzu zählen das bereits existierende, adaptive Opel AFL+ und das bei Opel in rund eineinhalb Jahren erscheinende LED-Matrix-System. Ähnliche Lichttechnik bieten auch alle anderen großen Autohersteller an.
Augenlicht (5 Bilder)

Das "in den nächsten 18 Monaten" kommende LED-Matrix-Lichtsystem von Opel soll dereinst auch von der Augenbewegung des Fahrers steuerbar sein. Wann es soweit sein soll, hat Opel noch nicht verlauten lassen.
Fließende Führung des Lichtkegels
Zunächst stellte sich das System letztlich als zu langsam und die Aufnahmefrequenz der Webcam als zu niedrig für die Anforderungen des Straßenverkehrs heraus. Abhilfe brachte eine in der Zeit höher auflösende Kamera mit Infrarot-Sensoren an den Rändern und Fotodioden in der Mitte, die in der Dämmerung und in der Dunkelheit das Auge des Fahrers mehr als 50 Mal pro Sekunde abtastet. Dank einer beschleunigten Datenaufbereitung und -weiterleitung reagieren die Scheinwerferstellmotoren quasi in Echtzeit - und zwar horizontal wie vertikal. Das Problem, dass das menschliche Auge automatisch und für den Menschen unbemerkt von Punkt zu Punkt hüpft, haben die Ingenieure durch einen ausgeklügelten Verzögerungsalgorithmus gelöst, "der für eine fließende Führung des Lichtkegels sorgt", so Ingolf Schneider, Leiter Lichttechnik bei Opel.
Wann die "Eye-Tracking-Technologie" in Serienautos zu haben sein wird, lässt Opel noch offen. Zunächst ist nach dem so genannten AFL+-Sicherheitslicht mit bis zu zehn automatischen Leuchtmodi das LED-Matrix-Licht dran: Es wird in Kürze Eingang in die Serienproduktion finden. (imp)