Eagle-Eye Photo Contest: Beobachtet die Beobachter!

Kein Wettbewerb der üblichen Sorte: Der Eagle-Eye Photo Contest ruft dazu auf, "die Landschaften der Überwachung fotografisch festzuhalten" – und stellt auch eine Karte der deutschen NSA-Standorte ins Netz.

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Eagle-Eye Photo Contest: Beobachtet die Beobachter!

NSA/GCHQ Surveillance Base, Bude, Cornwall, UK

(Bild: Trevor Paglen)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jobst-H. Kehrhahn

Viel Text, wenig Bilder – Fotos sind naturgemäß Mangelware, wenn Medien über Geheimdienste und deren Standorte berichten. Das soll jetzt anders werden – dank eines Fotowettbewerbs namens Eagle-Eye Photo Contest des Frankfurter Kunstvereins. Der ruft dazu auf, bis zum 31. Mai Bilder einzureichen, die "die Landschaften der Überwachung im heutigen Deutschland fotografisch festhalten". Gemeint sind vor allem die "Überwachungsstandorte in Deutschland", so die Wettbewerbsseite. Beispiele, welche das nach Meinung des Kunstvereins sein könnten und wo diese zu finden sind, liefert die Website gleich mit: Es finden sich etwa die Adressen und Koordinaten einiger mehr oder minder bekannter Abhöreinrichtungen und Kasernen in Deutschland, aber auch die der US-Botschaft in Berlin oder die des US-Konsulats in Frankfurt am Main.

National Security Agency, Ft.Meade, Maryland

(Bild: Trevor Paglen)

Informationen, ob, wie und wann Fotos von welchen Einrichtungen dieser Art erlaubt sind, gibt es dagegen kaum. Lediglich ein kurzer Hinweis in der FAQ auf die Panoramafreiheit verweist auf einen entsprechenden Link Richtung Wikipedia. DarĂĽber hinaus distanziert man sich von widerrechtlichem Betreten von GrundstĂĽcken und wolle auch nicht zu GesetzesbrĂĽchen anstiften, heiĂźt es auf der Projekt-Website.

Der Wettbewerb ist Teil einer Ausstellung des US-amerikanischen FotokĂĽnstlers Trevor Paglen, der sich kĂĽnstlerisch auch mit dem Thema Ăśberwachung auseinandersetzt und dessen Ausstellung "The Octopus" vom 20. Juni bis zum 30. August zu sehen sein wird. Bis zu fĂĽnf Gewinnerfotos des Eagle Eye Contests sollen dann zusammen mit Paglens Bildern zu sehen sein.

Mehr Informationen zum Eagle-Eye Photo Contest gibt es unter www.photocontest-eagle-eye.org. (keh)