USA werden Partnerland der Hannover Messe 2016
Die USA werden im kommenden Jahr das Partnerland der weltgrößten Industrieschau. Sogar US-Präsident Obama könnte sich dazu die Ehre geben. Garantien gibt es aber keine.
Die USA werden 2016 Partnerland der weltgrößten Industrieschau – der Hannover Messe. Das gaben das Weiße Haus und die Deutsche Messe AG am Dienstag bekannt. Damit stehen auch die Chancen gut, dass US-Präsident Barack Obama zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Branchentreff eröffnet und sich zum Rundgang aufmacht. Ein Automatismus ist Obamas Auftritt aber nicht, seine Zu- oder Absage hängt von vielen Faktoren ab. Mit den Vereinigten Staaten bekommt die Industriemesse jedenfalls ein starkes Gastland, das bei dem derzeitigen Zukunftsthema technische Software als überlegen gilt. In diesem Jahr (13. bis 17. April) ist aber erst einmal Indien das Partner der Hannover Messe.
Obama in Hannover?
Da in der Regel die politischen Oberhäupter des Partnerlandes gemeinsam mit dem deutschen Regierungschef die Branchenschau in Hannover eröffnen, hat Hannover eine gute Chance, den US-Präsidenten Ende April nächsten Jahres zu begrüßen. Ob er aber kommt, ist ungewiss, denn eine protokollarische Verpflichtung gibt es nicht und schließlich können sogar tagesaktuelle Ereignisse den Besuch verhindern.
Neben der Ungewissheit, ob Obama nun kommt oder nicht, ist aber eines schon klar: Die USA sind ein spannendes Partnerland. Sie dominieren das Zukunftsfeld der digitalisierten Wirtschaft, bei dem es um den Siegeszug der Online-Vernetzung mit ihrem Einfluss auf die Fabrik von morgen geht. So hatte Industrieverbandschef Ulrich Grillo vor einem Jahr beim Start der Hannover Messe gewarnt: "Deutschland verliert den Anschluss an die Weltelite." Und Elektrotechnik-Präsident Friedhelm Loh gestand: "Wir wissen, dass die Amerikaner uns bei der technischen Software überlegen sind." Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel riet: "Hängen Sie nicht zu sehr an Ihren alten einzelnen Branchen."
Die vernetzte Industrie verändert das weltweite Kräfteverhältnis. Smarte Anlagen und intelligente Maschinenparks gelten als die vierte große industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation. Und bei dieser "Industrie 4.0" stottert ausgerechnet der Innovationsmotor Deutschland. IT gilt als Stärke der USA. Dort gibt es Riesen wie Microsoft, Apple, Google oder Cisco. Dagegen kann hierzulande höchstens SAP ankommen, Primus bei der Unternehmenssoftware.
Davon abgesehen sorgen die USA natürlich auch mit anderen Themen regelmäßig für Gesprächsstoff, sei es mit dem Freihandelsabkommen TTIP oder den Abhörmachenschaften ihrer Geheimdienste. (mho)