Leicht erfolgreich?

An interessanten Alternativen mangelt es im Luxussegment eigentlich nicht, doch gegen Audi, BMW und Mercedes kam hierzulande bisher keiner so recht an. Cadillac startet mit dem vergleichsweise leichten CT6 einen neuen Versuch

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Cadillac
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New York, 1. April 2015 – Im Segment der Luxuslimousinen machen Audi, BMW und Mercedes zumindest gefühlt das Rennen um Verkaufsanteile hierzulande unter sich aus, obwohl es an interessanten Alternativen keineswegs mangelt. Einen neuen Anlauf auf diese scheinbare Bastion nimmt nun Cadillac mit dem CT6, der auch in Europa verkauft werden soll. Vorgestellt wird er auf der New York Auto Show.

Dimension und Platzangebot entsprechen ungefähr dem, was BMW mit dem 7er und Audi mit A8 bieten. Doch hinsichtlich seines Gewichts spielt der Ami eine Klasse darunter: Cadillac verspricht im Basismodell weniger als 1700 Kilogramm Leergewicht. Ob sich die Marke dabei ähnlicher Tricks bedient wie Skoda beim neuen Fabia, wissen wir aktuell nicht. Doch so oder so bliebe das ein herausragender Wert: Bei BMW und Mercedes wiegen die vergleichbaren Modelle mindestens rund 200 Kilogramm mehr.

Leicht erfolgreich? (12 Bilder)

In New York stellt Cadillac seinen Beitrag zur Luxusklasse vor.
(Bild: alle Cadillac)

Das vergleichsweise geringe Gewicht soll dazu beitragen, die Verbrauchswerte nicht in jene Regionen abdriften zu lassen, die man großen und starken amerikanischen Autos bis heute gern unterstellt. Dabei sollen natürlich auch die Motoren helfen. Den Einstieg markiert ein aufgeladener Zweiliter-Vierzylinder mit 198 kW (269 PS), darüber bietet Cadillac einen 3,6-Liter-V6 ohne Aufladung an, der 250 kW (340 PS) leistet. Topmodell wird ein Dreiliter-V6 mit Turbolader, der 298 kW (405 PS) leistet. Hinter den leistungsstärksten Modellen der deutschen Anbieter bleibt der CT6 somit ein gutes Stück zurück. Wichtiger für einen Erfolg erscheint uns auch das Angebot mindestens eines Dieselmotors oder Hybridantriebs. Von beidem war bei der ersten Vorstellung keine Rede. Eine Achtgangautomatik ist alternativlos, wählen kann der Kunde aber zwischen Hinter- und Allradantrieb.

Die äußeren Abmessungen suggerieren fürstliche Platzverhältnisse im Innenraum. Der CT6 ist 5,18 m lang, 1,88 m breit und 1,47 m hoch. Damit ist er fast so lang wie die XL-Versionen von 7er und S-Klasse. Der Radstand des Cadillacs misst knapp 3,11 m. Der genaue Ausstattungsumfang für Europa steht noch nicht fest, schließlich soll es ja noch fast ein Jahr dauern, bis der Wagen hier in den Handel kommt. Wir rechnen aber damit, dass der CT6 ohne Aufpreis Dinge wie Leder, Navigationssystem und die wichtigsten Assistenten mitbringen wird. Der Preis für das Basismodell dürfte bei rund 75.000 Euro liegen. Vermutlich wird es aber zumindest in Europa schwer, der etablierten Konkurrenz Kunden abzujagen. Die aktuelle Mercedes S-Klasse verkauft sich weltweit gut, BMW wird auf der IAA im September einen neuen 7er vorstellen. Audi hat den seit 2010 angebotenen A8 zuletzt 2013 leicht überarbeitet. Mit einem Nachfolger ist im kommenden Jahr zu rechnen. Der Cadillac trifft also auf eine frische Gegnerschaft. (mfz)