Förderung des Breitbandausbaus in Thüringen stockt
Fast die Hälfte der Haushalte in Thüringen hat keinen schnellen Internetanschluss. Geld für den Breitbandausbau fließt derzeit aber nicht.
Thüringens Kommunen müssen sich bei den Finanzspritzen des Landes für den Ausbau des schnellen Internets in Geduld üben. Bis der Landesetat verabschiedet sei, könne kein Geld aus dem Landesprogramm Breitbandausbau fließen, teilte das Thüringer Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit. "Anträge auf Förderung können aber vorbereitet werden. Sie werden auch schon geprüft", sagte eine Sprecherin. Zudem gebe es Beratungsangebote.
Thüringen stellt laut Ministerium zwischen 2014 und 2020 rund 15 Millionen Euro zum Ausbau des schnellen Internets zur Verfügung. 2014 flossen 3,3 Millionen Euro in Breitband-Projekte im Freistaat. Damit wurden nach Ministeriumsangaben Internetzugänge mit mindestens 30 MBit/s für 20.300 Haushalte und 4100 Unternehmen ermöglicht. 627.000 Haushalte, das entspreche einem Anteil von 56 Prozent, seien inzwischen an das Breitbandnetz angeschlossen.
Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht darin auch einen Erfolg des seit 2012 laufenden Landesprogramms. Nachdem praktisch eine flächendeckende Internet-Grundversorgung erreicht sei, wolle die Landesregierung den Ausbau des schnellen Internets mit mindestens 30 MBit/s vorantreiben.
Netzbetreiber wie die Thüringer Energie AG, die Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt, hoffen nach Angaben von Vorstandssprecher Stefan Reindl auf die Fortsetzung des Programms spätestens im Sommer. "2014 haben wir so viele Orte angeschlossen wie noch nie", hatte er bei der Vorlage der Geschäftsbilanz erklärt. Voraussichtlich im Frühsommer würden bewilligte Fördermittel dann ausgezahlt, erklärte das Wirtschaftsministerium. (imj)