US-Forscher wollen Moratorium bei Gen-Manipulationen an Menschen
Erstmals gibt es die technische Möglichkeit, menschliche Gene gezielt zu verändern. Eine der Entdeckerinnen der Technologie hat jetzt einen Aufruf dagegen organisiert.
(Bild: Dave Fayram / Flickr / cc-by-2.0)
- Sascha Mattke
Eine junge Technik namens CRISPR-Cas9 ermöglicht einfache und gezielte Veränderungen am Genom von menschlichen Embryonen. Hochkarätige Wissenschaftler raten jetzt in einem Beitrag für die Fachzeitschrift Science dazu, vorerst darauf zu verzichten, berichtet Technology Review. Organisiert wurde der Aufruf von Jennifer Doudna, einer Biologin von der University of California in Berkeley, die zu den Entdeckern von CRISPR gehört.
Chinesische Forscher haben mittels CRISPR bereits genveränderte Affen geschaffen, und mehrere Gruppen auch im Westen beschäftigen sich mit dem Einsatz der Technologie bei künstlichen Befruchtungen. Theoretisch wäre es damit möglich, krankheitsverursachende Mutationen in Embryos zu korrigieren – oder auch bestimmte erwünschte Gene künstlich einzusetzen.
„Wir versuchen, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass so etwas jetzt einfach ist“, sagt David Baltimore, Nobelpreisträger und früherer President des Caltech, einer der Autoren des Beitrags. „Die Ausrede, die wir früher benutzt haben, nämlich dass es so schwierig ist, dass es niemand versuchen wird, gilt heute nicht mehr.“
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(sma)