Obama-Regierung verzichtet auf IT-Ă–kosiegel EPEAT
Eine neue Vorschrift zur nachhaltigen Beschaffung von US-Behörden erwähnt die vor acht Jahren eingeführte EPEAT-Richtlinien nicht mehr.
EPEAT-Logos
(Bild: EPEAT.net)
Bisher waren US-Behörden verpflichtet, bei der IT-Beschaffung auf die Einhaltung von EPEAT-Kriterien zu achten. Dieses Electronics Product Environmental Assessment Tool (EPEAT) bewertet die Umweltfreundlichkeit von Computern und anderen IT-Geräten.
Am 19. März hat das Weiße Haus die von Barack Obama unterzeichnete "Executive Order" 13693 veröffentlicht, die staatliche Behörden und Institutionen der USA (Federal facilities) zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz verpflichtet – unter anderem bei der Beschaffung von IT-Hardware. Zur Überraschung des Green Electronics Council (GEC), welches vor rund acht Jahren das EPEAT ins Leben gerufen hat, taucht EPEAT in dem Obama-Dekret 13693 nicht mehr auf.
Die neuen Regeln der US-Regierung sind ein schwerer Schlag für das GEC, denn viele Umwelt-Labels entfalten nur dadurch nennenswerte Wirkung, dass Regierungen und öffentliche Institutionen nur solche Produkte beschaffen, die sie einhalten. Bei Geräten, die vorwiegend von Privatleuten gekauft werden, wirken Öko-Siegel deutlich schwächer – hier bringen meistens erst gesetzliche Vorschriften den Umwelt- und Ressourcenschutz voran. Als Beispiel könnte man etwa das Glühlampenverbot der EU nennen oder auch die 1-Watt-Richtlinie.
In einer Stellungnahme zu den Auswirkungen der Executive Order 13693 betont GEC-CEO Robert Frisbee, dass EPEAT auch weiterhin zur Anwendung kommen kann – auf freiwilliger Basis.
2012 hatte es einen Streit zwischen Apple und GEC um EPEAT-Kriterien gegeben, der schlieĂźlich durch eine weite Auslegung der von Experten ohnehin schon als lasch kritisierten Kriterien beigelegt wurde. (ciw)