Internet-Sportportal von Becker und Thoma vor dem Start
Der neue Internet-Dienst Sportgate von Boris Becker und dem frĂĽheren RTL-Chef Helmut Thoma soll im September starten; der WDR prĂĽft eine Beteiligung.
Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) prüft ein Angebot, bei dem neuen Internet-Dienst Sportgate von Ex-Tennisstar Boris Becker und dem früheren RTL-Chef Helmut Thoma einzusteigen. WDR-Sprecher Rüdiger Oppers betonte am heutigen Dienstag gegenüber dpa jedoch, dass der Sender von "einer Entscheidung weit entfernt ist". Er wies damit einen Bericht der Financial Times Deutschland zurück. In der FTD hieß es, dass zum ersten Mal ein gebührenfinanzierter Sender an einem börsennotierten Unternehmen eine Beteiligung plane.
Der WDR prüft nach den Worten von Oppers, ob das Sportgate-Angebot für das Programm interessant sei. Außerdem müssten die juristischen Aspekte überdacht werden. Bis zu einer Entscheidung sei es jedoch "noch ein langer Weg". Nach Angaben der FTD erhofft sich der WDR – die bei weitem größte ARD-Anstalt – von dem Einstieg bei Sportgate eine Vernetzung mit den eigenen Internet-Seiten. Der WDR könne dem Dienst die Berichterstattung über Partien aus den Fußball-Regionalligen liefern, für die die ARD-Agentur Sport A die Rechte habe.
In Berlin teilte inzwischen der Internet-Dienstleister Pixelpark, der die Web-Site aufbauen soll, mit, dass sich Becker unter anderem neben dem Deutschen Sportbund (DSB) und der Venturepark Incubator AG als Gesellschafter an Sportgate beteiligen werde. Offizieller Start fĂĽr Sportgate soll nach Aussagen der Beteiligten der 12. September dieses Jahres sein.
Zu den Kunden von Sportgate, das nach dem Willen der Partner zur umfassendsten deutschsprachigen Internet-Plattform für Sport entwickelt werden soll, werde der DSB mit seinen Millionen von Mitgliedern zählen. Sportgate soll vor allem lokal ausgerichtet werden. Der frühere RTL-Chef Helmut Thoma leitet das Unternehmen. Die Inhalte werde der Sport-Informationsdienst sid liefern. Sportgate solle zur umfassendsten deutschsprachigen Internet-Plattform für Sport entwickelt werden, erklärten die Gesellschafter. Es habe den Anspruch, das breiteste Angebot an Sportinhalten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu präsentieren. Dabei würden die Interessenprofile der Nutzer berücksichtigt, sodass jeder die für ihn relevante Informationen erhalte.
Die Internet-Rechte für die Fußball-Bundesliga allerdings liegen bei der Agentur ISPR (Kirch-Gruppe/Axel Springer Verlag) und deren Online-Dienst Sport 1. Damit zeichnet sich ein heißer Kampf um den Markt für Sport-Informationsdienste im Internet ab: Neben Börseninformationen gelten Sportnachrichten und -Angebote als wirtschaftlich äußerst attraktive Dienstleistungen im Internet. (jk)