Union fordert europäisches GPS und EU-Weltraumbehörde
"Europa sollte sich unabhängig machen von nicht-europäischen Weltraum-Infrastrukturen."
Ein eigenes europäisches GPS-System und die Umwandlung der ESA in eine Weltraumbehörde der Europäischen Union hat der Obmann für Bildung und Forschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Rachel, am Mittwoch gefordert. "Die Bedeutung der Weltraumsysteme für die Gesellschaft und den Weltmarkt wächst immer stärker", so Rachel. "Europa sollte sich deshalb unabhängig machen von nicht-europäischen Weltraum-Infrastrukturen."
Angesichts der neuen technologischen Entwicklungen werde andernfalls eine "Weltraumdominanz" zunehmend zu einer "Informationsdominanz", warnte der Unions-Obmann. Auch die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik sei ohne ungefilterten Wissenszugang aus dem Weltraum unvollständig. Die Satellitenbeobachtung werde hier an Bedeutung zunehmen. Als notwendig bezeichnete Rachel die Entwicklung eines europäischen Verteidigungssystems, das auch eine Weltraumkomponente beinhalte. Nötig sei also auch ein europäisches GPS-System, das die wirtschaftliche, technologische, politische und sicherheitspolitische Fähigkeit Europas stärke.
"Es ist an der Zeit, dass bei technologischen Entwicklungen auch von europäischer Seite aus Standards gesetzt werden", so der Abgeordnete. Das amerikanische GPS habe gezeigt, dass das ursprünglich ausschließlich vom Militär genutzte System Ausgangspunkt für viele unternehmerische Tätigkeiten in Telekommunikation, Verkehr und Sport geworden sei, von denen die Wirtschaft profitiert habe. "Eine solche eigenständige Entwicklung sollte auch Europa anstreben." (cp)