Amazon lüftet Geheimnis um AWS, Börse jauchzt

Erstmals veröffentlicht Amazon Finanzwerte über seine AWS-Clouddienste. Die Börse reagiert exaltiert. Dabei sind Amazons Ergebnisse insgesamt durchwachsen.

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Amazon lüftet Geheimnis um AWS, Börse jauchzt

"Aus unserer Sicht steht AWS ganz am Anfang", meint Amazons neuer Finanzchef Brian Olsavsky, "Wir glauben an großes Innovationspotenzial."

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Die Amazon Web Services (AWS) sind erstaunlich profitabel. Das geht aus den von Amazon Donnerstagabend erstmals veröffentlichten Angaben hervor. 1,566 Milliarden US-Dollar haben die AWS im ersten Quartal des Jahres eingebracht - die Hälfte mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 256 Millionen Dollar blieben als Betriebsgewinn.

Das sind zwar nur 20 Millionen oder acht Prozent mehr als vor einem Jahr, aber immer noch eine Marge von 17 Prozent. Das starke Umsatzwachstum der AWS beflügelt die Phantasien am Börsenparkett. Außerdem konnte das Gesamtunternehmen Cash Flow und Betriebsgewinn deutlich steigern. Anleger reagierten mit Kaufordern. Im nachbörslichen Handel legte das Amazon.com-Wertpapier 6,8 Prozent zu.

Der Quartalsumsatz Amazons ist um 15 Prozent auf 22,7 Milliarden US-Dollar gestiegen. Der Betriebsgewinn legte sogar um 74 Prozent auf 255 Millionen Dollar zu. Allerdings drehte der Reingewinn von zuvor 108 Millionen auf nunmehr minus 57 Millionen Dollar. Dazu haben viele Faktoren geführt. Auffallend sind eine deutlich höhere Zinslast sowie "sonstige" Ausgaben außerhalb des Geschäftsbetriebs.

Amazon investiert viel in Indien und freut sich über gute Geschäftsentwicklung.

(Bild: Amit Agarwal CC-BY 2.0)

Amazon berichtet nun drei Segmente: Nordamerika, International und AWS. In Nordamerika wuchs der Umsatz um 24 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Das sind 59 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Betriebsgewinn in Nordamerika schnellte um 79 Prozent auf 517 Millionen Dollar. Trotzdem ist die Marge mit weniger als vier Prozent bescheiden.

Sorgenkind ist das internationale Geschäft. Zwar hat es sich in lokalen Währungen ausgeweitet, ist in Dollar gerechnet aber um zwei Prozent auf 7,75 Milliarden Dollar geschrumpft. Der Betriebsverlust hat sich von 33 auf 76 Millionen Dollar mehr als verdoppelt - und wäre der Dollar nicht so wertvoll, wäre dieser Betriebsverlust höher ausgefallen.

Der Ausblick auf das laufenden Quartal bietet wieder einmal wenig Konkretes. Amazons Umsatz könnte einstellig oder zweistellig wachsen, und unter dem Strich könnte ein kleiner Gewinn (50 Millionen Dollar) oder ein herber Verlust (600 Millionen) stehen. (ds)