Bildungsministerium gegen Ferien-Computerkurse fĂĽr Lehrer

Die Forderung von Arbeitgeberpräsident Hundt nach Computerkursen von Lehrern ist auf heftige Kritik gestossen; das Bildungsministerium hält nichts von der Idee.

vorlesen Druckansicht 155 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Die Forderung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nach Computerkursen von Lehrern ist auf heftige Kritik gestoßen. Hundt hatte verlangt, dass Lehrer in ihren Ferien zwei Wochen mit der Fortbildung am Computer verbringen sollten. Solange ganze Lehrergenerationen noch nicht mit dem Computer umgehen könnten, sollten solche Fortbildungskurse Pflicht seien. Hundt plädierte auch noch dafür, den Lehrern den Beamten-Status abzuerkennen, schlechte Lehrer müssten in letzter Konsequenz auch entlassen werden können.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Jetzt haben das Bundesbildungsministerium ebenso wie der Deutsche Philologenverband die Computerkenntnisse der Lehrer verteidigt. Uwe Thomas, Staatssekretär des Bundesbildungsministeriums, sagte am heutigen Dienstag im Deutschlandradio: "Es ist nicht so, dass die Lehrer davon keine Ahnung haben. Ein großer Teil der Lehrer setzt sich mit dem Internet auseinander und arbeitet zu Hause auch am Computer."

Der Vorsitzende des Philologenverbandes, Heinz Durner, hält eine verpflichtende Fortbildung für Lehrer an Computern und im Internet ebenfalls für nicht erforderlich. Er sei überzeugt, dass die Lehrer automatisch mit der neuen Entwicklung Schritt hielten, sagte er im ZDF. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Computerausstattung an den Schulen verbessert werde. Oft fehlten Computer ganz, zuweilen könnten sie aus Geldmangel nicht repariert werden, beklagte er.

Den Lehrern, die sich bislang noch nicht mit Computern beschäftigt haben, rät Staatssekretär Thomas, "dies schnellstens zu tun". Derzeit werde in allen Bundesländern an entsprechenden Fortbildungsangeboten gearbeitet. Dennoch sollten Lehrer auch Eigeninitiative ergreifen. Der Computer werde in den kommenden Jahren zunehmend im Unterricht eingesetzt. "Es wird drei Stufen geben: Die Erste ist der Internetanschluss der Schule überhaupt. Das Zweite ist, dass man mit dem Computer umgehen lernt und dabei auch das Internet nutzt. Die dritte und entscheidende Stufe ist, dass wir in den Fächern selbst den Computer wie ein Lehrbuch nutzen", sagte Thomas. (axv)