Ingenieurmangel gefährdet militärische Sicherheit der USA
Die US-Rüstungsindustrie klagt über massive Abwerbung ihrer Ingenieure durch dot-coms.
Der Kommandeur des U.S. Air Force Flight Test Center, Generalmajor Richard Reynolds, geht davon aus, dass der Air Force mittlerweile schon zehn Prozent Ingenieure fehlen. Auf der Autotestcon 2000 erklärte Reynolds: "Wir können Arbeit nicht erledigen, die getan werden müsste". Unterstützt wurde der Generalmajor von Rüstungsindustriellen, die ebenfalls vor einem bevorstehenden "Exodus" von Software-Ingenieuren warnen. Bob Rassa von Raytheon Systems sprach von einem "heraufziehenden Sturm". Wenn die Rüstungsindustrie nicht genügend Software-Ingenieure habe, könne sie ihre Produkte unter Umständen nur noch verspätet ausliefern, was zu einer Gefährdung der militärischen Einsatzfähigkeit führe.
Die Rüstungsindustrie klagt besonders über den "scharfen Wettbewerb" durch Internet-Startups, die ihr Software-Ingenieure im großen Stil abwirbt. Eine große Aerospace-Firma soll mittlerweile schon 37 Prozent ihrer Software-Ingenieure verloren haben. Einstiegslöhne von bis zu 60.000 US-Dollar seien für die Rüstungsindustrie zu teuer; die Branche diskutiert darüber, um ein staatliches Hilfsprogramm zu bitten. "Wenn Sie sich das Bezahlungsproblem und die Kündigungsraten ansehen, erkennen Sie, dass wir ein sehr sehr ernstes Problem haben", erklärte Rassa. Die US-Luftwaffe testet mittlerweile ein spezielles Anwerbungsprogramm, mit dem besonders die Bezahlung für Software-Ingenieure angehoben und Beförderungsverfahren beschleunigt werden sollen. (wst)