Time Warner gewinnt Streit um Harry-Potter-Internet-Adressen
Der US-Medienkonzern Time Warner hat einen Streit um mehr als 70 Harry-Potter-Internet-Adressen gewonnen.
Der US-Medienkonzern Time Warner hat einen Streit um mehr als 70 Harry-Potter-Internet-Adressen gewonnen. Die Weltorganisation fĂĽr geistiges Eigentum (WIPO) gab heute in Genf bekannt, dass das Schiedsgericht in einer Entscheidung ein kleines Unternehmen in Kalifornien aufgefordert hat, Adressen wie "www.freeharrypotter.com" oder "www.theharrypottermovie.com" an Time Warner abzutreten.
Die meisten Adressen sind kurz nach dem 15. März registriert worden. An diesem Tag hatte der Fernsehsender CNN die Verfilmung des ersten Harry-Potter-Buchs angekündigt. Das WIPO-Schiedsgericht befand nun, dass Harper Stephans, auf dessen Namen die Adressen registriert worden waren, keinerlei legitime Interessen an Harry Potter habe. Die Adressen verletzten vielmehr Urheberrechte, die Time Warner sich gesichert habe.
Das Schiedsgremium der WIPO ist eine von mehreren Institutionen, die Domain-Konflikte nach der so genannten Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) der Internet Corportation for Assigned Names and Numbers (ICANN) behandeln (zur UDRP siehe auch den Artikel Namenspatron in Ausgabe 24/1999 der c't).
Über 4000 Fälle – an den Kosten für das Verfahren müssen sich übrigens beide Seiten beteiligen – haben die WIPO und die anderen von der ICANN ausgewählten Organisationen seit ihrem Start Anfang des Jahres an die Schlichter verteilt. In rund 1.500 Fällen entschieden die Schlichter bislang für die Herausgabe der Domain. Nur in etwas mehr als 350 Verfahren durften die ursprünglichen Besitzer die Domains anschließend weiter nutzen.
Time Warner produziert den Film zum ersten Harry-Potter-Roman. Wie Anfang Dezember bekannt wurde, sucht der Medienriese routinemäßig das Internet nach Harry-Potter-Seiten ab, um eventuelle Trittbrettfahrer der Vermarktung der populären Romanfigur ausfindig zu machen. Im Zuge solcher Überprüfungsaktionen wurden auch Betreiber nichtkommerzieller Fanseiten aufgefordert, zu den Zielen und Absichten ihrer Fan-Sites Stellung zu nehmen. (wst)