Das größte Hindernis des E-Commerce ist der Mitarbeitermangel

Die Valid Research Marktforschung hat im Auftrag des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Einzelhandels ermittelt, wieviele Firmen überhaupt das Internet für Geschäftsaktivitäten nutzen.

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Im Rahmen einer Studie der Valid Research Marktforschung im Auftrag des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Einzelhandels wurde ermittelt, wie viele Firmen das Internet für Geschäftsaktivitäten nutzen. Dieser Befragung zufolge verfügt zwar ein Großteil der Unternehmen über Zugang zum Internet, aber gerade einmal knapp die Hälfte nutzt das Internet auch für den Handel mit Waren und Dienstleistungen; 56 Prozent betreiben Werbung. Jede vierte Firma hat noch keine eigene Homepage. Andere Studien sind vor kurzem zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Der Anteil des Geschäftes im Internet am Gesamtumsatz ist noch sehr gering. 57 Prozent derjenigen, die Handel im Internet betreiben, wickeln nicht einmal ein Prozent ihres Geschäftes dort ab. Nur drei Prozent der Befragten meldeten mehr als zehn Prozent Umsatzanteil. Das Potenzial ist allerdings riesig. So möchte je rund ein Viertel der Händler entweder bis zu fünf oder bis zu zehn Prozent des Geschäfts per Internet abwickeln. Weitere 21 Prozent wollen den Anteil auf 20 Prozent steigern, drei Prozent auf 30 Prozent, neun Prozent sogar darüber.

Welches die größten Hürden für die Verbreitung des E-Commerce sind, hat die Frankfurter Firma Consulting Partner ermittelt. Der Studie mit Namen e-Reality 2000 zufolge seien die größten Hürden für die Verbreitung vor allem das Fehlen von entsprechenden Geschäftsgepflogenheiten sowie qualifizierten Mitarbeitern, die in der Lage sind, E-Commerce-Projekte zu realisieren. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen nannte diese Hindernisse. Erst an zweiter Stelle kommt mit knapp fünfzig Prozent die Sicherheitsfrage. Der Datenschutz, die Fälschungssicherheit der übertragenen Informationen sowie Vertrauensprobleme mit unbekannten Web-Teilnehmern werden als große Hürden angesehen, die Mehrheit der befragtem Manager glauben grundsätzlich nicht an sichere Zahlungsverfahren über das Internet.

Technologische Gründe wie zu schneller technologischer Wandel oder zu viele technische Standards nennt nur knapp ein Viertel der Befragten als Hürde für den E-Commerce. Jeder Fünfte empfindet hohe Telefongebühren als Hinderniss, diese Zahl ist im Vergleich zu einer 1997/98 angefertigten Studie drastisch gesunken. Damals empfand noch jeder zweite die Online-Kosten als E-Commerce-Hinderniss. Die rechtlichen Aspekte schließlich sehen die Befragten ebenso unproblematisch wie eventuelle Schwierigkeiten mit der Logistik.

Als am stärksten betroffen durch den schnellen technologischen Wandel sehen sich der Studie zufolge die Versorger, gefolgt von Unternehmen im öffentlichen Sektor. Die geringsten E-Commerce Hürden sehen Versicherungsunternehmen sowie Firmen aus dem Chemie- und Pharmabereich. Die Erfahrungen derjenigen Unternehmen, die bereits Handel im Internet treiben, haben Auswirkungen: Den stärksten Zuwachs im Vergleich zur Studie von 1997/98 verzeichneten die Meinungsforscher bei der Aussage, dass sich bestimmte Produkte und Dienstleistungen nicht für den Electronic Commerce eignen: Der Anteil stieg von 18 auf zirka 35 Prozent. Befragt wurden während der von Infratest Burke durchgeführten Studie e-Reality 2000 über 1300 Unternehmen. Die Studie ist noch nicht vollständig ausgewertet, im September sollen die endgültigen Ergebnisse vorgelegt werden. (axv)