Photokina: Pixelrekorde und digitale Superlative

Auf der photokina zeigen 1663 Aussteller Produkte und Dienstleistungen rund ums Bild, wobei der Anteil digitaler Technologien unaufhaltsam steigt.

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Von
  • Carsten Meyer

Seit nunmehr einem halben Jahrhundert treffen sich Bildschaffende aus allen Ländern zur Weltmesse des Bildes, der alle zwei Jahre in Köln stattfindenden photokina. 1663 Aussteller, davon allein 535 aus Deutschland, zeigen auf 200.000 qm Produkte und Dienstleistungen rund ums Bild, wobei der Anteil digitaler Techniken unaufhaltsam steigt – was die diesjährige photokina zur größten aller Zeiten werden ließ.

Digitale Belichtungs- und Fotofinishing-Dienste versprechen dem traditionellen Handel auch in Zukunft die Hauptrolle in Umsatz und Kundenbetreuung. So hat Fuji in den letzten Jahren in Deutschland 1500 "Frontier"-Minilabs installieren können, die dank volldigitaler Technik nicht nur Negative und Dias akzeptieren, sondern auch Bilder in allen erdenklichen Formaten direkt vom Datenträger. Kunden können somit direkt vom Fotogeschäft echte Fotos von digitalen Bilddaten erhalten, und das wie gehabt auf Wunsch in nur einer Stunde – eine Leistung von 1800 Bildern/h beim neuesten Modell 390 macht dies auch in größerem Umfang möglich.

Bei den Consumer-Digitalkameras ist der Sprung über die 4-Megapixel-Hürde geschafft; mit der kürzlich vorgestellten Camedia E-10 (c't berichtete) untermauerte Olympus einmal mehr den Anspruch des Marktführers. Einen anderen Superlativ präsentierte Fuji: die Finepix 4900 ist die erste Digitalkamera der 3-Megapixel-Klasse mit Sechfach-Zoom. Canons Nachfolger der dicken Powerhot Pro 70 geriet allerdings eher konservativ: Die G1 versteckt ihre Qualitäten (3,3 Megapixel, lichtstarkes Dreifach-Zoom, Blitzschuh, voll manuelle Einstellbarkeit) im klassischen Sucherkamera-Design. Panasonic zeigte eine neue Kompakt-Digitalkamera mit dem bei derlei Geräten noch eher unüblichen SD-Memory-Karten. Das SD-Modul (Secure Digital), Panasonics äußerst kompaktes Pendant zu Sonys Memory Stick, zeichnet sich durch eine sehr hohe Übertragungsrate und einen eingebauten Kopierschutz aus; Kameras mit einem dafür geeigneten Slot nehmen zudem auch die bekannten MultiMediaCards auf. Nikon kam mit der neuen Coolpix 880, die als Kompaktmodell bei gleicher Auflšsung unter der 990 positioniert wird.

Die professionelle Digital-Spiegelreflex-Familie erhält demnächst von unerwarteter Seite Zuwachs: Contax/Kyocera präsentierte im kleinen Kreis ein (noch nicht funktionsfähiges) Design-Muster der "N Digital", die auf der kürzlich vorgestellten analogen Contax-Spiegelreflex mit neuem "elektronischen" Bajonett basiert. Welcher Bildaufnahme-Chip Verwendung finden wird, war allerdings noch nicht zu erfahren; lediglich die angepeilte Auflösung wurde mit 6 Megapixeln angegeben. Eine professionelle Digital-Spiegelreflex mit der gleichen Auflösung und K-Bajonett zeigte Pentax: Der kleinbildgroße CCD-Bildaufnehmer stammt von Philips.

Megapixel-Rekorde gab es auch "auf der anderen Seite" zu vermelden: JVC demonstrierte einen Q-XGA-Projektor mit einer Auflösung von 2048 x 1536, der auf einem neu entwickelten, nur 1,3 Zoll großen D-ILA-Chip mit 3,15 Millionen Pixeln beruht. Die Produktion des Super-Chips soll allerdings erst im April 2001 beginnen. (cm/c't) (bo)