Kursbestimmung
Auf dem 36. Wiener Motorensymposium zeichnen sich sechs Trends bei der Antriebsentwicklung ab. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie folgen den Vorgaben von Politik und Gesellschaft zu sparsameren Motoren
- Stefan Grundhoff
Wien, 8. Mai 2015 – In den vergangenen Jahren ist einiges erreicht worden: Nicht nur im Zyklus sondern auch in der Praxis sind Verbräuche gesunken. Ein kürzlich von uns gefahrener Golf hatte einen Benziner mit 110 PS und kam ohne Schleichfahrt auf 6,2 l/100 km – undenkbar noch vor ein paar Jahren. Doch die Hersteller können sich auf dem Erreichten nicht ausruhen. Vielmehr machen Politik und Gesellschaft Druck, die realen Verbrauchswerte weiter zu senken. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Das 36. Wiener Motorensymposium zeigt einige der wichtigsten Technologien für die nächsten Jahre.
1. Plug-in-Hybride
So schwer sich die Hybridmodelle mit ihrer Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektromodul bisher auch getan haben, ihnen wird bei Fahrzeugen ab der Mittelklasse die Zukunft gehören. Hatten die japanischen Autoherstellern und hierbei insbesondere Toyota / Lexus sowie Honda die unangefochtene Innovationsführerschaft, so holt die Konkurrenz aus Deutschland, Korea und den USA nunmehr mächtig auf. Mittelfristig wird wohl fast jede Neuvorstellung auch mit einem Plug-in-Hybrid angeboten. Daran ändert auch nichts, dass diesem Antrieb mit der Einführung des WLTP der ganz große Vorteil abhanden kommt. Die Versprechen, große und gut motorisierte Fahrzeuge mit einem Verbrauch von unter drei Litern fahren zu können, schenken die meisten Menschen ohnehin keinen Glauben.
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2. Rightsizing
Das 36. Wiener Motorensymposium zeigt, dass die Zeit des kompromisslosen Downsizing mit immer kleineren Triebwerken vorbei sein dürfte. Mit „Rightsizing“ wollen die Entwickler die Hubraumgröße perfekt auf das Fahrzeug anpassen. Die Motoren mit drei, vier, sechs und acht Zylindern werden einfach oder doppelt aufgeladen, um die gewünschte Leistung bieten zu können. Reine Saugmotoren wird es mittelfristig nur noch an den automobilen Enden geben: Im Low-Budget-Bereich und bei Sportwagen. In beiden Fällen haben sie weiterhin ihre Berechtigung.