Auktionsbetrüger soll über 100 Käufer geprellt haben
Auf der Internetauktion eBay hat ein Auktionsbetrüger nach Angaben der Kripo monatelang unbehelligt Geschäfte gemacht.
Monatelang konnte bei eBay ein Auktionsbetrüger nach Angaben der Kripo unbehelligt Geschäfte machen. Mehr als 100 Geschädigte haben sich inzwischen bei der Kriminalpolizei in Kassel gemeldet und Strafanzeige gestellt, teilte Polizeisprecher Ulrich Walther mit.
Seit April hatte Wolfgang P. nach Angaben der Polizei hunderte Drucker, Motherboards und andere IT-Geräte auf der Internetauktion versteigert und dann Vorkasse für die Geräte verlangt. In über 100 Fällen sei die Ware allerdings nie bei den Käufern angekommen. Zunächst habe P. vorgegeben, seine Logistik sei aufgrund eines Festplattendefekts zusammengebrochen. Danach habe er eingeräumt, die versteigerte Ware nicht liefern zu können. Per Rundschreiben verständigten sich die Geschädigten und erstatteten Anzeige bei der Kriminalpolizei. Diese hat inzwischen den PC des Anbieters sichergestellt.
Gewöhnlich wird jedes Geschäft auf der Auktionsplattform mit einer Teilnehmerbewertung abgeschlossen. Wer hier mehr als drei sogenannte Negativbewertungen erhalten hat, wird von der weiteren Teilnahme an den Versteigerungen ausgeschlossen. Obwohl P. bereits mehrfach nicht geliefert hatte, konnte etwa Marc T. jedoch noch Ende August ein Motherboard für 365 Mark von ihm ersteigern. Auch hier verlangte P. wieder Vorkasse, ohne die Ware anschließend zu liefern.
Auf Nachfrage von c't, warum P. trotz der Teilnehmerbewertung weiter versteigern konnte, räumte eBay-Sprecher Joachim Guentert ein, dass es dem fraglichen Anbieter gelungen sei, unter mehr als 20 wechselnden Identitäten aufzutreten. Bereits im Frühjahr habe man P. ein "virtuelles Hausverbot" erteilt. Danach habe er sich jedoch wiederum unter einer anderen E-Mail-Adresse angemeldet. Im Juni hat eBay aufgrund solcher Begebenheiten seine Aufnahmebedingungen verschärft. "Jetzt können nur noch Freemail-Kunden an Auktionen teilnehmen, die bei der Anmeldung auch ihre Kreditkartennummer angeben", sagte der eBay-Sprecher. (mbb)