Förderung von Kommunikationswirtschaft lohnt kaum
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in seinem jüngsten Wochenbericht geschrieben, dass sich eine bevorzugte Förderung der Informations- und Kommunikationswirtschaft für Städte und Region nicht immer lohnt.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) meint in seinem jüngsten Wochenbericht, dass sich eine bevorzugte Förderung der Informations- und Kommunikationswirtschaft für Städte und Regionen nicht immer bezahlt mache. Trotz teilweise großer Förderanstrengungen sei es seit 1980 nur zu geringen Änderungen in der Rangfolge der in diesem Bereich bedeutendsten Regionen gekommen. Mehr als ein Fünftel der Beschäftigten war 1998 in den größten Regionen München, Stuttgart und Frankfurt/M konzentriert. Berlin, Hamburg und Köln kamen zusammen auf weitere 15 Prozent.
Der hohe Stellenwert, den die Förderung oft einnehme, sei angesichts des relativ geringen Anteils dieses Sektors von 1,5 Millionen oder 4,1 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland überraschend. Die Bruttowertschöpfung betrug 1998 rund 210 Milliarden Mark, was einem Anteil von 5,5 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entsprach.
Berücksichtige man, dass in den 90er Jahren neben neuen Branchen wie der Multimediaproduktion nur noch die Teilbranchen DV-Dienstleister, Werbewirtschaft sowie Film- und Rundfunkwirtschaft einen Zuwachs an Beschäftigung verzeichnen konnten, sei das verbleibende Aktionsfeld sehr begrenzt. Auch sei es dort, wo die Produktion von Informations-Technik ein hohes Gewicht habe, kaum gelungen, den zu Beginn der 90er Jahre einsetzenden Beschäftigungsrückgang in diesem Bereich in den drei anderen Wachstumsbranchen auszugleichen.
Für Standorte, die keine "kritische Masse" an IT-Dienstleistern und -Inhaltsproduzenten erreichen könnten, erscheine es sinnvoller, statt der Produktion die Anwendung der neuen Techniken zu fördern, stellt das DIW fest. So lasse sich eine schnellere Verbreitung des E- Commerce bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie staatlichen Einrichtungen erreichen. Die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Region würde gesteigert. (dpa) (axv)