UMTS-Zinsersparnisse für Unis und Berufsschulen
1,8 Milliarden Mark fließen in den nächsten drei Jahren in die "Zukunftsinitiative Hochschule", die Genomforschung und die Ausstattung der Berufsschulen.
Rund eine Milliarde Mark aus den UMTS-Zinsersparnissen wird in den nächsten drei Jahren in die "Zukunftsinitiative Hochschule" fließen. Damit sollen unter anderem ausländische Spitzenwissenschaftler und Gastdozenten für deutsche Hochschulen angeworben werden. Die Gründung des "Institute of Information Technology" (GMD - IT, St. Augustin) erhält für die Anlaufphase eine Projektförderung. Außerdem ist die Entwicklung von speziellen Studienangeboten per Computer vorgesehen - bis hin zu kompletten virtuellen Studiengängen und einer "Notebook-Universität".
Der Bildungsausschuss des Bundestags hat heute grünes Licht für diese Verteilung der insgesamt 1,8 Milliarden Mark gegeben, die wegen der geringeren Zinsausgaben des Bundes durch die Einnahmen aus der UMTS-Versteigerung frei werden. Das Geld soll bis 2003 zusätzlich in Bildung und Forschung investiert werden. Weitere Schwerpunkte sind die Ausstattung der Berufsschulen mit Computern und neuen Lerntechniken (255 Millionen Mark), die Unterstützung der Genomforschung zur Krankheitsbekämpfung (350 Millionen) sowie Investitionen in Forschungs- und Entwicklungszentren in den neuen Bundesländern (150 Millionen).
Mit einem Wettbewerb "Notebook-Universität" will der Bund laut dpa unter anderem "wegweisende Leasing-Konzeptionen" fördern, bei denen in bestimmten Studiengängen Laptops die herkömmlichen Lehrbücher mindestens teilweise ersetzen sollen. Die passenden Lerninhalte sollen Hochschulen im Verbund entwickeln. Insgesamt stehen dafür bis 2003 rund 50 Millionen Mark zur Verfügung.
Die Investitionen in den Berufsschulen sollen auch die Situation bei der Ausbildung für die IT-Branche verbessern. Für die Ausstattung der Berufsschulen sind eigentlich Kommunen und Länder zuständig. Wenn sie für die Modernisierung der Berufsschulen Bundeshilfe in Anspruch nehmen wollen, müssen sie sich verpflichten, ihre eigenen Ausgaben dafür nicht abzusenken.
Der Bildungs- und Forschungshaushalt des Bundes steigt durch die UMTS-Programme im nächsten Jahr um fast zehn Prozent auf 15,97 Milliarden Mark. (anm)