E-Home Berlin: Die Küche von Morgen

In der "Küche von Morgen" stehen inzwischen Dienstleistungen und nicht der sich automatisch selbst füllende Kühlschrank im Vordergrund.

vorlesen Druckansicht 10 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Maria Benning

Wie es in der "Küche von Morgen" zugeht, zeigt bis zum 11. November die Messe e-home im Internationalen Congress Centrum in Berlin. Heimvernetzung verhelfe zu mehr Sicherheit im Alltag, zu Einsparungen bei der Energie und zu mehr Komfort im täglichen Leben, versprechen die Hersteller von Heimvernetzungslösungen dem Verbraucher. Lothar Stoll, Leiter des Bereichs smart home bei Siemens, prognostizierte bei der Messe-Eröffnung am heutigen Donnerstag, dass insbesondere der Dienstleistungsmarkt sich stark entwickeln werde; Energiemanagement, Telelearning oder Gesundheitsvorsorge könnten damit effektiver gestaltet werden.

Standen früher die automatisierten Einkaufsfunktionen im Vordergrund, betonen die Anbieter nun besondere Dienstleistungen wie die ständige Verbindung von Händler und Kunden. Einige der präsentierten Geräte sind mit einem Chip ausgestattet und können online vom Hersteller auf Fehler analysiert werden. Bei größeren Ausfällen werde der Defekt dabei online erkannt – der Monteur könne beispielsweise das benötigte Ersatzteil gleich mitbringen, so die Verheißung der Anbieter.

Auch die – inzwischen schon klassischen – Angebote der Hausvernetzer sind aber auf der Messe präsent. Immer noch wird vorgeführt, wie über einen Bildschirm beim Supermarkt bestellt werden kann; und immer noch wird auch das Abrufen von Kochrezepten aus dem Netz sowie das Verschicken von E-Mails aus der Küche propagiert. "Der Kühlschrank, der sich selbst befüllt, wird aber wohl Illusion bleiben", schätzt Manfred Salat vom Messeveranstalter.

"Ein Handicap der Hausvernetzung in Deutschland besteht darin, dass hierzulande die meisten Menschen zur Miete wohnen", meint Salat. In den USA machten die Eigenheimbewohner 70 Prozent der Bevölkerung aus. In Deutschland hingegen wohne die Mehrheit der Menschen zur Miete. Daher unterscheide sich in beiden Ländern auch die Bereitschaft, zu vernetzten Wohnlösungen zu greifen. Noch immer blockierten auch die unterschiedlichen Bussysteme die Entwicklung, erklärt Salat. Wenn aber immer mehr Menschen Anstoß nehmen an den vielen verschiedenen Fernbedienungen in ihrem Haushalt, werde der Druck zur Vereinheitlichung wachsen.

Vor allem Sicherungssysteme für Häuser oder Energie-Einsparmöglichkeiten durch computergesteuerte Heizungen und Lüftungssysteme fänden auch bei deutschen Besuchern Anklang, heißt es seitens der Messeorganisation. Wenn es an der Haustür klingelt, zeigt die Überwachungskamera das Bild des Besuchers auf dem Bildschirm, so ein Angebot. Der TV-Hersteller Loewe Opta bezieht bei der Kontrolle von Grundstücken und Hausgeräten auch das altbekannte Fernsehgerät als Kontroll- und Steuer-Station mit ein.

Ein komplettes E-Home mit Anwendungen für jeden Wohnbereich gebe es allerdings aus Kostengründen auf der Ausstellung nicht zu sehen, erklärt Salat. Vielmehr stünden einzelne Anbieter mit ihren "E-Hausprodukten" im Vordergrund. Mit einem regelrechten Besucheransturm rechnen die Veranstalter allerdings wohl nicht. Das zumindest deutet das Lockangebot "freier Eintritt" auf der Homepage an. (mbb)