US-Universitäten lehnen Napster-Bann ab

Eine Reihe von renommierten US-amerikanischen Universitäten hat es abgelehnt, die Nutzung der Tauschbörse Napster in ihren Campusnetzen zu verbieten.

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Von
  • Christian Rabanus

Eine Reihe von renommierten US-amerikanischen Universitäten hat es abgelehnt, die Nutzung der Tauschbörse Napster in ihren Campusnetzen pauschal zu verbieten. "Es entspricht nicht der Linie der Universität, Web-Sites und Ähnliches zu blockieren", hieß es von einer der betroffenen Hochschulen. Die Anwälte der Rockgruppe Metallica und des Rappers Dr. Dre hatten in der ersten Septemberhälfte an rund ein Duzend US-Universitäten die Aufforderung geschickt, Napster aus ihren Campusnetzen zu verbannen.

In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass die Tauschbörse über die leistungsfähigen Hochschulnetze sehr intensiv genutzt wird. Zeitweilig drohte das durch rege Tauschaktivität hervorgerufene Datenaufkommen sogar ganze Campusnetze lahm zu legen.

Bereits im April hatten die Universitäten von Yale und Indiana den Einsatz von Napsters Software innerhalb ihre internen Netzes verboten, nachdem Metallica gegen sie und die University of Southern California geklagt hatte. Die kalifornische Hochschule ging aber nicht so weit wie Yale und Indiana, sondern ließ die Nutzung von Napster weiterhin für "offensichtlich legale" Zwecke unter Aufsicht zu.

Die Duke University, die Standford University, das Massachusetts Institute of Technology und die University of North Carolina at Chapel Hill antworteten auf die Forderung der Anwälten von Matallica und Dr. Dre jetzt mit dem Hinweis, dass ein Verbot der Nutzung Napsters die akademische Freiheit und den freien Zugriff auf Informationen ungebührlich einschränken würde. Man sehe keinen rechtlichen Grund für ein solches Verbot. Dieses würde zudem eine Überreaktion auf ein spezifisches Problem mit Napster darstellen. Es gebe sehr wohl die Möglichkeit, die Tauschbörse in Einklang mit dem geltenden Recht sinnvoll zu nutzen.

Die Universitäten setzten die Anwälte von Metallica und Dr. Dre davon in Kenntnis, dass sie ihre Studierenden über mögliche Copyright-Probleme bei der Nutzung von Napster hingewiesen hätten oder dies noch tun würden. Man vertraue darauf, dass die Studierenden geltendes Recht einhielten. Die Hochschulen sicherten zu, dass sie gegen eventuelle Copyright-Verletzungen innerhalb ihrer Netze vorgehen werden. (chr)