Wal-Mart und AOL Europe beteiligen sich an Preisvergleicher
Wal-Mart und AOL Europe beteiligen sich gemeinsam am Preisvergleichsdienst ShopSmart.
Der 1962 in Arkansas gegründete amerikanische Kaufhauskonzern Wal-Mart und die europäische Sektion des Internetdienstleisters America Online beteiligen sich gemeinsam am britischen Preisvergleichsdienst ShopSmart. Die beiden Unternehmen übernehmen zusammen 22,5 Prozent der ShopSmart-Aktien.
Für die Aktienbeteiligung wird kein Geld fließen. Vielmehr bieten AOL und Wal-Mart ShopSmart Werbung und Sachleistungen an. Dazu gehört etwa, dass ShopSmart sowohl in den deutschen als auch in den englischen Wal-Mart-Niederlassungen beworben wird. Wal-Mart wird darüber hinaus seinen hauseigenen Preisvergleichsdienst Valuemad aufgeben und stattdessen ShopSmarts Dienste anpreisen. Wal-Mart besitzt in England 240 Asda-Kaufhäuser. Hier sollen CD-ROMS mit AOLs Zugangssoftware verteilt werden. ShopSmarts geschäftsführender Direktor Nicholas Lovell gab an, dass die Vereinbarung zunächst für drei Jahre gelten soll.
In Deutschland erhoffen sich die Verantwortlichen des US-Handelsriesen Wal-Mart sicher auch eine Imageverbesserung von der Kooperation mit einem Preisvergleichsdienst. Denn anders als Wal-Mart den Käufern suggeriert, hatten aktuelle Untersuchungen wie die des Bad Homburger Marktforschungsinstituts Drotax ergeben, dass die Aktionspreise von Wal-Mart im Durchschnitt 1,2 Prozent teurer waren als bei Globus, Kaufland oder Real.
Zudem sperrt sich die Wal-Mart-Führung nach wie vor gegen den in Deutschland üblichen Tarifvertrag. Noch im vergangenen Monat hatten 500 Beschäftigte deutscher Wal-Mart-Filialen mit Streiks gegen die Entlohnungspraktiken des Konzerns protestiert. Von gewerkschaftlicher Seite wird eine Anhebung der Löhne und Gehälter der Wal-Mart-Beschäftigten um vier Prozent und eine Einmalzahlung von 140 Mark gefordert. Zuletzt kündigten die Wal-Mart-Verantwortlichen eine außertarifliche Einkommenserhöhung um jeweils zwei Prozent an. (mbb)