Pro & Contra: Ist Apples soziales und ökologisches Engagement ehrlich?

Apple präsentiert sich gern als ökologisches und soziales Vorzeigeunternehmen. Die Mac & i-Redaktion fragt sich: Ist das Engagement des Konzerns glaubwürdig?

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Noch vor wenigen Jahren rĂĽgte die Umweltschutzorganisation Greenpeace Apple wegen giftiger Bestandteile in Mac und iPod. Dieses Jahr lobte die NGO den Konzern als weltweit fĂĽhrend im Umweltschutz.

Apple scheint sich zum grĂĽnen Paulus gewandelt zu haben und tut viel, um "den Klimawandel zu stoppen" und Angestellte im eigenen Unternehmen und bei Zulieferbetrieben "mit WĂĽrde und Respekt" zu behandeln, wie es auf der Firmen-Website heiĂźt.

Dazu schickt Tim Cook Kontrolleure in die Zulieferbetriebe in Fernost, die die Einhaltung des Arbeitsrechts überprüfen, und lässt Angestellte wie Vorgesetzte über ihre Rechte aufklären. Apples Umweltbeauftragte Lisa P. Jackson untersteht in der Firmenhirachie allein CEO Cook; sie richtet die Ökobilanz des Unternehmens an den Leitlinien der Global Report Initiative aus.

Damit nicht genug: Apple kauft ganze Wälder, beteiligt sich am Clean-Water-Programm, deckt die eigene Stromversorgung überwiegend aus regenerativen Energien, arbeitet mit mit gemeinnützigen Organisationen zusammen und sammelt Spenden im Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria. Obendrein bemüht sich Apple um Transparenz, indem es Berichte zum Umweltschutz und zur Diversität der Angestellten veröffentlicht.

Doch trotz aller Bemühungen Apples decken immer wieder Bürgerrechtler oder Journalisten auf, dass in den Zulieferbetrieben noch immer Angestellte ausgebeutet werden oder in fernöstlichen Minen Kinder das Metall mit bloßen Händen aus dem Boden kratzen. Und obwohl Apple inzwischen giftige Materialien aus seinen Produkten verbannt hat, so ist die Gewinnung von Aluminium oder Silizium dennoch äußerst energieaufwändig. Weil Apple zudem immer häufiger Bauteile verklebt, sind sie zudem auch zunehmend schwerer zu recyceln. Das scheint nicht so recht mit Apples Selbstdarstellung zusammen zu passen.

Im aktuellen Mac & i Heft 3/2015, das bereits online bestellt werden kann, diskutieren Raimund Schesswendter und Jeremias Radke, ob Apple wirklich die Welt verbessern will oder nur Greenwashing betreibt.

Die Debatte mit Diskussionsforum finden Sie bei Mac & i online:

(jra)