Fusionsenergie: Plasmaring hält fünf Millisekunden
Ein privates US-Unternehmen liefert auf dem Gebiet der Fusionsforschung einen wichtigen Fortschritt. Doch die Anlage ist bisher nur im kleinen Maßstab erprobt.
(Bild: aglet / Flickr / CC BY-NC 2.0)
Während Fusionsforscher hauptsächlich mit den sogenannten Tokamaks und der Trägheitsfusion versuchen, eine Kernfusion zu erzielen, gelang der Firma Tri Alpha Energy ein wichtiger Fortschritt durch die sogenannte "Field-Reversed Configuration" (FRC). Damit konnte ein Plasmaring fünf Millisekunden lang aufrecht erhalten werden, wie aus einer Veröffentlichung in Nature Communications hervorgeht. Bisherige Hochtemperatur-FRC schafften das nur 0,3 Millisekunden lang. Die Schwierigkeit besteht darin, das Plasma innerhalb des Fusionsreaktors unter hohem Druck und bei Temperaturen zwischen 100 und 200 Millionen Grad Celsius in Form zu halten, damit es zur Kernfusion kommt.
Sie gilt als der Schlüssel zur sauberen Energiegewinnung auf der Erde. Es handelt sich dabei um einen Prozess, welcher der Sonne und Sternen Energie liefert. Dabei heizen sich Wasserstoff-Atome so stark auf, dass ihre Kerne mit hoher Geschwindigkeit aufeinanderprallen und ihre elektrische Abstoßung überwinden. Sie verschmelzen und es entsteht Helium, wobei Energie freigesetzt wird.
Die Mitarbeiter von Tri Alpha hatten in der entwickelten 23 Meter langen Röhre ihres Beam Fusion Reactors das Plasma mit Ionen beschossen. Außerdem entwickelten sie die sogenannte "Edge Biasing"-Technologie. Dabei werden mithilfe von Elektroden, die jeweils an den Enden der Reaktor-Röhre angebracht sind, die Bedingungen im FRC gesteuert. Wissenschaftler, wie etwa Prof. Dr. Sibylle Günter vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching, sind jedoch skeptisch, ob sich die Ergebnisse von Tri Alpha auch in einer großskalierten Maschine erzielen lassen.
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(jle)